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Titel: Bürokratieabbau im vorbeugenden Brandschutz in Hamburg – Herausforderungen, Hemmnisse und Lösungsansätze
Sprache: Deutsch
Autorenschaft: Kock, Jannik 
Erscheinungsdatum: 27-Jan-2026
Zusammenfassung: 
Diese Arbeit untersucht den Bürokratieabbau im vorbeugenden Brandschutz in Hamburg durch Analyse bestehender Strukturen, Identifikation zentraler Hemmnisse und Bewertung möglicher Reformoptionen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Verwaltungsverfahren im Brandschutz als komplex, langwierig und intransparent gelten. Im theoretischen Teil werden Bürokratiebegriffe, ihre Funktionen und Kritikpunkte sowie Ansätze des Bürokratieabbaus dargestellt. Zudem wird der rechtliche Rahmen des Brandschutzes in Deutschland und Hamburg erläutert, insbesondere im Hinblick auf die Musterbauordnung, die Hamburgische Bauordnung und Sonderbauvorschriften. Darüber hinaus werden aktuelle Debatten zur Verwaltungsmodernisierung und insbesondere zur Digitalisierung aufgegriffen, die als Hebel für Effizienzsteigerung gelten. Die empirische Analyse basiert auf qualitativen Experten*inneninterviews mit Vertreter* innen der Hamburger Verwaltung, Feuerwehr sowie der gewerblichen Bau- und Planungswirtschaft. Die Auswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse erfolgte entlang der Kategorien „Bürokratische Hemmnisse", „Herausforderungen im Brandschutz", ,,Prozesswissen", „Reform- und Digitalisierungspotenziale" und „Handlungsempfehlungen". Die Ergebnisse zeigen zentrale Hemmnisse: komplexe Vorschriften, unklare Zuständigkeiten, lange Bearbeitungszeiten durch unvollständige Anträge sowie Kommunikationsprobleme zwischen den Beteiligten. Hinzu kommen brandschutzspezifische Herausforderungen wie die Balance zwischen Sicherheitsanforderungen und Wirtschaftlichkeit oder der Umgang mit innovativen Bauvorhaben. Zudem wurde ein strukturelles Problem im Bereich Personal und Weiterbildung deutlich: Fachkräfte fehlen, und Investitionen in Fortbildung werden als unzureichend bewertet. Reformansätze liegen vor allem in der Digitalisierung der Genehmigungsverfahren, der Verbesserung von Schnittstellenkommunikation und Transparenz sowie in einer stärkeren Standardisierung. Dabei betonen die Befragten, dass Digitalisierung nur wirksam ist, wenn sie mit organisatorischen Reformen einhergeht. Erforderlich ist eine umfassendere Modernisierung, die auch das Verhältnis zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Bürger*innen neugestaltet. Die Diskussion verdeutlicht, dass die Ergebnisse mit theoretischen Ansätzen der Bürokratiekritik und Verwaltungsmodernisierung übereinstimmen. Bürokratieabbau im vorbeugenden Brandschutz erfordert eine Balance zwischen Rechtssicherheit und Flexibilität sowie eine konsequente Weiterentwicklung von Strukturen, Prozessen und Kompetenzen. Abschließend werden Handlungsempfehlungen formuliert, die auf Vereinfachung von Vorschriften, Stärkung der Weiterbildung und Ausbau digitaler Systeme abzielen. Die Untersuchung zeigt, dass Bürokratieabbau im Hamburger Brandschutz nur durch einen integrierten Reformprozess gelingen kann, der rechtliche Sicherheit, Effizienz und Innovationspotenziale miteinander vereint. Hamburg bietet aufgrund seiner Rahmenbedingungen das Potenzial, als Modellstandort für ein digital vernetztes, schutzzielorientiertes Genehmigungssystem zu fungieren, das Sicherheit, Effizienz und wirtschaftliche Vorteile verbindet.
URI: https://hdl.handle.net/20.500.12738/18730
Einrichtung: Fakultät Life Scien­ces 
Dokumenttyp: Abschlussarbeit
Abschlussarbeitentyp: Bachelorarbeit
Betreuer*in: Rechenbach, Peer 
Gutachter*in: Wenderoth, Stephan 
Enthalten in den Sammlungen:Theses

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