| DC Field | Value | Language |
|---|---|---|
| dc.contributor.advisor | Voigts, Gunda | - |
| dc.contributor.author | Denker, Annika | - |
| dc.date.accessioned | 2026-02-06T10:37:45Z | - |
| dc.date.available | 2026-02-06T10:37:45Z | - |
| dc.date.created | 2025-07-10 | - |
| dc.date.issued | 2026-02-06 | - |
| dc.identifier.uri | https://hdl.handle.net/20.500.12738/18849 | - |
| dc.description.abstract | Es ist keine Frage, ob Kinder und Jugendliche, die trans* sind, in die feministische Mädchen*arbeit einbezogen werden sollten. Trotzdem darf nicht ausgeblendet werden, dass es zu Herausforderungen führen kann, wenn zunächst klar definierte Kategorien aufgebrochen werden müssen. Wichtig ist es aber, in der Herausforderung auch die Chance zu sehen, Veränderungen anzustoßen. Diese Chancen und Herausforderungen wurden in der Arbeit zusammengestellt und lösungsorientiert betrachtet. Zu Beginn wurde die Relevanz des Themas verdeutlicht und der Forschungsstand kurz dargestellt. Es zeigte sich, dass das Thema in Literatur zu Mädchen*arbeit und Jugendarbeit allgemein theoretisch bearbeitet wurde, aber eine Forschungslücke in der empirischen Forschung besteht. Dann wurde in das Thema Transgeschlechtlichkeit eingeführt, indem zentrale Begriffe aus den Gender und Queer Studies, wie Doing Gender und Heteronormativität, erklärt wurden. Diese haben verdeutlicht, dass Geschlecht sozial konstruiert ist und wir in Deutschland in einer heteronormativen Gesellschaftsordnung leben. Von dieser Gesellschaftsordnung, in der es genau zwei, sich aufeinander beziehende Geschlechter gibt, weichen trans* Personen ab, was belastend sein kann. Anschließend wurden die Rahmenbedingungen, unter denen trans* Menschen in Deutschland aufwachsen, untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass trans* Kinder und Jugendliche trotz der Einführung des Selbstbestimmungsgesetz nicht autonom genug über ihr eigenes Geschlecht entscheiden dürfen und es noch Raum für gesetzliche Verbesserungen gibt. Zudem wurde der Begriff „Transition“ erklärt und die besondere Bedeutung des Coming-Outs als dargestellt. In Studien stellten andere Forscher*innen bereits fest, dass ein Coming-Out einerseits mit Sorgen und psychischen Belastungen einhergehen kann, andererseits auch eine produktive Phase intensiver Selbstreflektion anstoßen kann. Zudem können queere Kinder und Jugendliche Bewältigungsstrategien entwickeln, die sie nutzen, um in der schwierigen Phase des Coming-Out die verschiedenen Herausforderungen zu navigieren. Die Forscher*innen stellten aber auch fest, dass Jugendgruppen ohne queeren Schwerpunkt von queeren Kindern und Jugendlichen noch eher selten genutzt werden und keine besondere Unterstützung zu bieten scheinen. In einem nächsten Schritt wurde erarbeitet, welche gesellschaftlichen Aspekte das Leben von trans* Personen beeinflussen. Einerseits wurden Fortschritte bei der ICD festgestellt, was zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgung für trans* Personen führen könnte. Es wurde allerdings auch beschrieben, dass verschiedene gesellschaftliche Gruppen, insbesondere Rechtspopulist*innen, Hass gegen trans* Personen schüren. Die sogenannte Anti-Genderismus Haltung ist weit verbreitet und stellt sich gegen alles, was die Heteronormativität und das Zweigeschlechtersystem als gesellschaftlichen Standard infrage stellen könnte, dazu zählt sowohl das Gendersternchen als auch das Selbstbestimmungsgesetz. Parteien wie die AfD und die CDU, welche die letzten Bundestagswahlen gewonnen haben, tragen diese Haltung mit, was eine Bedrohung für die hart erkämpften Rechte von trans* Personen ist. Trans* Personen müssen mit spezifischen Herausforderungen umgehen, die im direkten Zusammenhang mit transfeindlichen Haltungen in der Gesellschaft und dem vorherrschenden Zweigeschlechtersystem stehen. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen benötigen sie Unterstützung, die sie in der feministischen Mädchen*arbeit finden könnten, da diese in der Tradition steht, das Zweigeschlechtersystem zu hinterfragen und eine Offenheit dem Thema gegenüber bereits festgestellt wurde. Dennoch wurde vermutet, dass sich auch Herausforderungen ergeben könnten, wenn trans* Kinder und Jugendliche in die Mädchen*arbeit einbezogen werden. Als Nächstes wurden die OKJA sowie die feministische Mädchen*arbeit in ihren Grundzügen dargestellt, wobei argumentiert wurde, dass die OKJA eine soziale Ressource für die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben im Jugendalter darstellen kann. Anschließend wurde der Wandel feministischer Mädchen*arbeit seit ihrem Beginn in den 1970er Jahren gezeigt und die relevantesten Diskurse und Strömungen der heutigen Mädchen*arbeit wurden betrachtet. Anhand von Praxisbeispielen aus Hamburg sowie anhand der Literatur zu Mädchen*arbeit hat sich gezeigt, dass Autor*innen und Fachkräfte die Themen Queerness und Intersektionalität als besonders relevant für die Praxis der offenen Mädchen*arbeit einstufen. Um die Fragen nach den Chancen und Herausforderungen sowie den Haltungen und Bedarfen der Fachkräfte zu beantworten, wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Es wurden drei problemzentrierte Interviews mit Fachkräften aus der feministischen Mädchen*arbeit geführt und mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Insgesamt hat sich der Eindruck aus der Literaturarbeit bestätigt, dass die Fachkräfte Interesse und Vorwissen zu dem Thema mitbringen. Allerdings wurden viele Herausforderungen festgestellt, die einer gelingenderen Einbeziehung junger trans* Personen im Weg stehen. Vor allem strukturelle Bedingungen wurden von den Befragten als herausfordernd wahrgenommen, es wird eine bessere Finanzierung für mehr Festanstellungen benötigt. Es fehlen teilweise Kapazitäten, um Schulungen der Mitarbeitenden zu dem Thema durchzuführen, aber auch um das Thema im angemessen Umfang mit den Besucherinnen der Mädchen*arbeit bearbeiten zu können. Queerfeindliche Äußerungen können nicht immer abgefangen werden, da nicht immer in jedem Raum eine Fachkraft ist. Zudem ist es problematisch, dass die Träger das Thema nicht zwingend als Priorität einstufen und in Teams unterschiedliche Haltungen und Wissensstände existieren. Auch konzeptionell ist noch nicht klar, inwiefern junge trans* Menschen zur Zielgruppe gehören, obwohl sich die Frage in der Praxis regelmäßig stellt. Trans* Mädchen werden zwar von den interviewten Fachkräften zur Zielgruppe dazugezählt, aber bei Kindern und Jugendlichen, die sich außerhalb des binären Geschlechtersystems identifizieren, gibt es noch Unsicherheiten und Unklarheiten. Herausforderungen ergeben sich also einerseits durch struk-turelle Rahmenbedingungen der OKJA, wie zu wenig Finanzierung und zu wenige Festanstellungen. Andererseits sind auch hetero- und cisnormative Denkmuster und Transfeindlichkeit in der Gesellschaft und somit auch bei Besucherinnen und Fachkräften problematisch. Für den Umgang mit diesen Herausforderungen wurden verschiedene Lösungsideen erarbeitet. Um junge trans* Menschen für die Mädchen*arbeit zu gewinnen, muss sichtbar gemacht werden, dass die Einrichtung offen für trans* Kinder und Jugendliche ist. Dies geschieht häufig durch die Verwendung von Pride-Flaggen auf Flyern und Ähnlichem. Besonders wichtig ist es, trans* Kinder und Jugendliche in der Jugendarbeit generell mitzudenken und Fachkräfte für deren besondere Lebenslagen zu sensibilisieren. Dies sollte keine optionale Fortbildung, sondern verpflichtend sein. Dabei kann es hilfreich sein, sich mit anderen Trägern zu vernetzen, die mehr Erfahrung und Fachwissen zu LGBTQ+ Themen haben. Gleichzeitig muss realistisch eingeschätzt werden, ob die eigene Einrichtung einen sicheren Ort für trans* Menschen bieten kann. Bis es so weit ist, braucht es mehr Angebote für trans* Kinder und Jugendliche. Genau wie cis Mädchen brauchen sie Orte, wo sie sich frei entfalten und ausprobieren können, ohne Angst vor Diskriminierung haben zu müssen. Durch die Beschäftigung mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche, die trans* sind, besser in die Mädchen*arbeit einbezogen werden können, wurden Probleme und konzeptionelle Leerstellen aufgedeckt. Es ergibt sich insbesondere die Chance, die Kategorie „Mädchen“ neu zu denken und zu hinterfragen. Am Ende können alle Kinder und Jugendlichen, ob trans* oder nicht, davon profitieren, wenn Geschlechterkategorien und Normen aufgebrochen werden. Die vielen Herausforderungen dürfen gerade im Angesicht des Rechtsrucks in Deutschland und Europa nicht lähmen, sondern sollten als Anlass gesehen werden, auf eine inkludierende und in-tersektionale Mädchen*arbeit und OKJA im Allgemeinen hinzuarbeiten. In dieser Arbeit konnten aufgrund des Umfangs nur die Wirklichkeitskonstruktionen, Haltungen und Erfahrungen von drei Fachkräften erforscht werden. Interessant wäre es auch, eine größer angelegte Studie durchzuführen, in denen auch Personen aus Einrichtungen befragt wer-den, die sich nicht in einer Großstadt befinden. Zudem haben sich vor allem Personen auf die Anfrage zurückgemeldet, die Interesse an dem Thema haben. Ein anderes Sample hätte zu anderen Ergebnissen und Schwerpunkten in den Interviews führen können. Zusätzlich sollte auch mit den Kindern und Jugendlichen, die trans* sind, geforscht werden. Insbesondere trans* Mädchen scheinen nicht gern an Angeboten der feministischen Mädchen*arbeit teilzunehmen. In einer quantitativen Erhebung kann diese These zunächst validiert werden. Anschließend könnte noch eine qualitative Befragung mit trans* Mädchen durchgeführt werden, um mehr Ideen dazu zu entwickeln, wie auch trans* Mädchen von Mädchen*arbeit profitieren können. | de |
| dc.language.iso | de | en_US |
| dc.subject.ddc | 300: Sozialwissenschaften, Soziologie | en_US |
| dc.title | Chancen und Herausforderungen der Einbeziehung junger trans* Menschen in die feministische Mädchen*arbeit : eine exemplarische qualitative Befragung von Fachkräften zur Thematik | de |
| dc.type | Thesis | en_US |
| openaire.rights | info:eu-repo/semantics/openAccess | en_US |
| thesis.grantor.department | Fakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| thesis.grantor.department | Department Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| thesis.grantor.universityOrInstitution | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg | en_US |
| tuhh.contributor.referee | Röhr, Laura | - |
| tuhh.identifier.urn | urn:nbn:de:gbv:18302-reposit-232612 | - |
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| tuhh.publication.institute | Fakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| tuhh.publication.institute | Department Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| tuhh.type.opus | Bachelor Thesis | - |
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| item.creatorGND | Denker, Annika | - |
| item.cerifentitytype | Publications | - |
| item.creatorOrcid | Denker, Annika | - |
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| item.advisorGND | Voigts, Gunda | - |
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| Appears in Collections: | Theses | |
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| Chancen und Herausforderungen der Einbeziehung junger trans_Menschen in die feministische Mädchen_arbeit_BA.pdf | 871.95 kB | Adobe PDF | View/Open |
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