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Titel: Erhöht eine Dysbiose durch hoch verarbeitete Lebensmittel das Depressionsrisiko? Eine Analyse evidenzbasierter Studien.
Sprache: Deutsch
Autorenschaft: Finke, Josefine 
Erscheinungsdatum: 18-Feb-2026
Zusammenfassung: 
Die Zahl der Depressionsfälle steigt seit 1990 kontinuierlich an. Das Darmmikrobiom gewinnt dabei in der Depressionsforschung zunehmend an Bedeutung. Parallel nimmt der Konsum an hoch verarbeiteten Lebensmitteln (UPF) rapide zu. Es stellt sich die Frage, ob eine Dysbiose durch UPFs das Depressionsrisiko erhöht. Trotz erster Zusammenhänge fehlen bislang mechanistische Humanstudien, die den vermittelnden Zusammen zwischen UPFs, ausgelöster Dysbiose und Depression untersuchen. Ziel der Arbeit ist es, die aktuelle Studienlage zu diesem Thema darzustellen. Die Forschungsfrage wurde im Rahmen eines Scoping Review in drei Schritten untersucht: Darstellung der Zusammenhänge zwischen UPFs und Depression, Analyse der Auswirkungen von UPFs auf das Darmmikrobiom und Präsentation von Veränderungen des mikrobiellen Profils im Zusammenhang mit Depressionen. Epidemiologische Studien berichten je nach Studiendesign von einem um 10-44% erhöhten Depressionsrisiko bei hohem UPF-Konsum (z. B. HR=1,22; 95% Kl: 1,16-1,28). Gleichzeitig zeigt sich bei einem erhöhten Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln und Zusatzstoffen wie CMC eine Zunahme entzündungsfördernder Bakterien (z. B. Blautia, Clostridium, Lachnospiraceae, Roseburia) und eine Abnahme SCFA-produzierenden Bakterien (z. B. Faecalibacterium prausnitzii). Dieses mikrobielle Ungleichgewicht wird begleitet von erhöhten systemischen Entzündungsmarkern wie CRP, IL-6, TNF-alpha und Leptin. Ähnliche Veränderungen im Darmmikrobiom und erhöhte Entzündungswerte sind auch bei depressiven Störungen beobachtet worden. Obwohl statistisch signifikante Zusammenhänge bestehen, lassen sich aufgrund des aktuellen Studiendesigns keine kausalen Aussagen treffen. Die hohe Heterogenität und das Fehlen von mechanistischen Langzeitstudien am Menschen erschweren die Interpretation. Für Zukünftige Forschung brauch es weitere mechanistische Humanstudien mit standardisierten Methoden, die den Einfluss von UPFs, Veränderungen des Darmmikrobioms inkl. Biomarker und Depression gemeinsam untersuchen.

The incidence of depression has continuously grown since 1990. In recent years, the microbiome has gained importance as a form a therapy in depression. With the rising consumption of ultra processed foods (UPFs) over the last decade, the question has become more relevant: Do UPFs negatively affect the gut microbiome and ultimately lead to a higher risk of depression? The aim of this work is to present the current state of research. This question was addressed through a scoping review, divided into three main topics: first, to display correlations between UPFs and depression; second, to present effects of UPFs on the microbiome; and third, to show evidence of how the gut microbiome in depressed patients looks. Numerous epidemiological studies, depending on study design, showed positive associations with a 10-44% increased risk of depression at higher UPF consumption (e.g. HR=1,22; 95% Cl: 1,16-1,28). Simultaneously, cross-sectional and randomized controlled studies showed an increase of proinflammatory bacteria (e.g. Blautia, Lachnospiraceae) and a decrease of SCFA-producing bacteria (e g. Faecalibacterium prausnitzii). This microbial dysbalance was accompanied by elevated inflammatory biomarkers such as CRP, IL-6, TNF-a and leptin. Similar findings were observed in depressed patients. Although significant associations exist, mostly cross-sectional designs limit causal conclusions. The high heterogeneity among studies and lack of mechanistic longitudinal human studies make interpretation difficult. Future research requires more mechanistic human studies with standardized methods examining UPF influence on the human microbiome, including proxy biomarkers, in the context of depression.
URI: https://hdl.handle.net/20.500.12738/18981
Einrichtung: Fakultät Life Sciences (ehemalig, aufgelöst 10.2025) 
Department Ökotrophologie (ehemalig, aufgelöst 10.2025) 
Dokumenttyp: Abschlussarbeit
Abschlussarbeitentyp: Bachelorarbeit
Betreuer*in: Lorenz, Jürgen 
Gutachter*in: Riedel, Nina 
Enthalten in den Sammlungen:Theses

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