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dc.contributor.advisorGroen, Gunter-
dc.contributor.authorLahl, Sarina-
dc.date.accessioned2026-03-02T13:59:21Z-
dc.date.available2026-03-02T13:59:21Z-
dc.date.created2025-07-04-
dc.date.issued2026-03-02-
dc.identifier.urihttps://hdl.handle.net/20.500.12738/19008-
dc.description.abstractInhalt dieser Arbeit war es, für die fokussierte Klient*innengruppe trauernder Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren nach dem Suizid eines Elternteils spezifische Bedarfe in der Nachsorge nach dem Verlust zu erhellen. Dieser Ausgangssituation und spezifischer Bedarfslage wurde der ausgewählte Beratungsansatz systemischer Trauerbegleitung gegenübergestellt, um die eingangs formulierte Leitfrage zu beantworten: Inwiefern kann systemische Trauerbegleitung auf die spezifischen Bedarfe trauernder Kinder in Familien nach dem Suizid eines Elternteils reagieren? In der Gesamtsicht zeigt sich, dass der zentrale Aspekt im Kontext dieser Arbeit in der Rekonstruktion von Bedeutungszusammenhängen besteht, deren Gelingen oder Nicht-Gelingen ausschlaggebend für die Entwicklung von Trauerverläufen ist. Pathologische Formen von Trauer entstehen, wenn die Rekonstruktion nicht gelingt. Neben der Bedeutungsrekonstruktion, und eng mit dieser verwoben, steht die Entwicklung einer fortbestehenden Bindung zu dem verstorbenen Elternteil als wesentliche Komponente kindlicher Trauerprozesse im Kontext von Suizid. Diese beiden zentralen Aspekte, lassen sich im gesamten Verlauf der Arbeit als signifikante Erkenntnisse wiederfinden und stehen in starker gegenseitiger Beeinflussung zueinander: Die Fähigkeit eines Kindes, eine stärkende fortbestehende Bindung zum verstorbenen Elternteil herzustellen, ist abhängig von der Möglichkeit des Erinnerns an diesen; diese wiederum ist beeinflusst durch die wirkenden Bedeutungskonstruktionen und Überzeugungen des trauernden Kindes. Aus den beschriebenen Möglichkeiten entlang der Zieldimensionen familiärer Systeme schließe ich, dass systemische Trauerbegleitung in Familiensystemen nach dem Suizid eines Elternteils schwerpunktmäßig zu einer Stärkung auf den Ebenen Sinn und Bindung beitragen kann. Hier ermöglicht systemische Trauerbegleitung, dass trauernden Kindern von dem hinterbliebenen Elternteil mehr Verständnis für ihre individuellen entwicklungsabhängigen Trauerprozesse zukommt. So wird der hinterbliebene Elternteil insbesondere in seiner Unsicherheit bezüglich des Umgangs mit dem trauernden Kind gestärkt und befähigt, das Kind entwicklungsangemessen in die Geschehnisse und Veränderungsprozesse einzubeziehen. Aufgrund des starken systemischen Abhängigkeitsverhältnisses zwischen den Trauerreaktionen des hinterbliebenen Kindes und des hinterbliebenen Elternteils ergibt sich eine Übertragung der stärkenden Wirkung auf das trauernde Kind, dessen beschriebenen Bedarfen systemische Trauerbegleitung angemessen begegnen kann. Insbesondere durch die Arbeit an Bedeutungskonstruktionen durch Umdeutungen und Perspektiverweiterungen begründet sich hiermit die Relevanz von systemischer Arbeit mit der fokussierten Klient*innengruppe. Für trauernde Kinder ergibt sich durch die Interventionen systemischer Trauerbegleitung die Möglichkeit, die Antworten zu bekommen, auf die sie für die gelingende Bewältigung ihres Trauerprozesses dringend angewiesen sind. Sie werden durch die systemische Begleitung unterstützt, eine Narration des Verlustereignisses zu entwickeln, die für sie hilfreich und tragbar ist, um eine stärkende Bindungsressource in ihr Bedeutungssystem zu integrieren. Dabei kommt der Frage der Schuld eine besondere Relevanz zu. Diese für ein trauerndes Kind zu klären, gelingt der systemischen Trauerbegleitung nicht auf instruktive Weise, sondern darüber hinaus, indem sie das trauernde Kind befähigt, sich in professionell begleiteter Selbsterfahrung von seinen Schuldfantasien zu lösen. Dies gelingt insbesondere kindgerecht durch das Greifbar-Machen – im wörtlichen wie übertragen Sinne – von systeminternen und -externen Strukturen innerhalb von Varianten der Skulpturarbeit mit Materialien wie Tierfiguren. Die spielerische Herangehensweise erachte ich als besonders wertvoll für die systemische Arbeit mit trauernden Kindern. Ebenso die Arbeit mit wichtigen Erinnerungsstücken und Symbolen, die einen kindgerechten Zugang zur Auseinandersetzung mit dem Erinnern und Abschiednehmen schafft. Durch kunsttherapeutische Anteile in der Arbeit mit Kindern reagiert die systemische Trauerbegleitung angemessen auf die große Anstrengung, die es für trauernde Kinder bedeutet, einen Anpassungsprozess an die grundlegend veränderte Lebenssituation nach dem Suizid eines Elternteils zu bewältigen. Räume der Entspannung und des Durchatmens zu schaffen, erachte ich für die Situation der trauernden Kinder als besonders wirksam, um sie für die aktivere Trauerarbeit zu stärken. Die Wirksamkeit systemischer Trauerbegleitung in der Phase der Stabilisierung hinterbliebener Kinder und Elternteile nach einem Verlust durch Suizid betrachte ich kritisch, obwohl diese in der Literatur angeklungen ist. Obwohl ich die sortierenden Interventionen und das Erhellen hilfreicher sozialer Ressourcen in diesem Zusammenhang grundsätzlich für sinnvoll erachte, erscheint mir die Rolle des*der systemischen Begleiter*in nicht passend. Die begleitende Person agiert im Verständnis systemischen Arbeitens aus zweiter Reihe heraus und leistet lediglich Anstöße für daraus entstehende Veränderungsdynamiken. In der Erstversorgung der akuten Krisensituation direkt nach dem Verlusterlebnis, mit deren Bearbeitung die Klient*innen sich als überfordert erleben, bedarf es nach meiner Einschätzung einer aktiveren Intervention durch die sozialprofessionelle Person. Dieser Begrenzung folgend, greifen die wertvollen Unterstützungsmöglichkeiten zur Nachsorge nach dem Verlust erst, wenn die Stabilisierung weitestgehend abgeschlossen ist und es den trauernden Personen besser möglich ist, sich auf die klassisch systemischen Interventionen einzulassen. Die Hürde des Zugangs zu Angeboten systemischer Trauerbegleitung im Kontext von Schamempfinden und Stigmatisierungserleben der trauernden Familien stellt eine erhebliche Einschränkung dar. Diese zu verringern ist meines Erachtens ausschlaggebend, um die bereits erarbeiteten Chancen des Beratungsansatzes für die fokussierte Klient*innengruppe greifbar zu machen. Der Bearbeitung pathologischer Trauerverläufe einzelner Systemmitglieder kann systemische Trauerbegleitung nicht gerecht werden. Eine systemische Betrachtung des professionellen Helfer*innensystems ermöglicht es jedoch, weitere Unterstützungsangebote einzubeziehen, was ich als wertvolle Perspektive im Sinne von multiprofessioneller Hilfe erachte. So bietet die systemische Trauerbegleitung hinsichtlich der spezifischen Bedarfe von Kindern nach dem Verlust eines Elternteils durch Suizid belastbare Möglichkeiten, das Gelingen nicht-pathologischer Trauerverläufe zu unterstützen sowie auch suizidales Erleben frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls weiterführende Hilfen einzuleiten. Die Komponente der Kommunikation erweist sich dabei insgesamt als besonders zentrale Schnittstelle aus der Charakteristik systemischer Trauerbegleitung, dem Wesen familiärer Systeme und der Bedarfslage der fokussierten Klient*innengruppe. Letztlich ist die Frage nach der Wirksamkeit systemischer Interventionen in der Trauerbegleitung von Kindern nach dem Suizid eines Elternteils vor dem Hintergrund der Individualität von Trauerprozessen zu sehen, die in der Unterstützung und Begleitung eines jeden Kindes und Familiensystems fortwährend berücksichtigt werden muss.de
dc.language.isodeen_US
dc.subject.ddc150: Psychologieen_US
dc.titleSystemische Trauerbegleitung von Kindern nach dem Suizid eines Elternteilsde
dc.typeThesisen_US
openaire.rightsinfo:eu-repo/semantics/openAccessen_US
thesis.grantor.departmentFakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
thesis.grantor.departmentDepartment Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
thesis.grantor.universityOrInstitutionHochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburgen_US
tuhh.contributor.refereeGalling, Britta-
tuhh.identifier.urnurn:nbn:de:gbv:18302-reposit-235507-
tuhh.oai.showtrueen_US
tuhh.publication.instituteFakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
tuhh.publication.instituteDepartment Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
tuhh.type.opusBachelor Thesis-
dc.type.casraiSupervised Student Publication-
dc.type.dinibachelorThesis-
dc.type.driverbachelorThesis-
dc.type.statusinfo:eu-repo/semantics/publishedVersionen_US
dc.type.thesisbachelorThesisen_US
dcterms.DCMITypeText-
tuhh.dnb.statusdomainen_US
item.openairetypeThesis-
item.cerifentitytypePublications-
item.creatorOrcidLahl, Sarina-
item.advisorGNDGroen, Gunter-
item.fulltextWith Fulltext-
item.grantfulltextopen-
item.languageiso639-1de-
item.creatorGNDLahl, Sarina-
item.openairecristypehttp://purl.org/coar/resource_type/c_46ec-
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