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dc.contributor.advisorHeer-Rodiek, Volker-
dc.contributor.authorSawan, Maytha-
dc.date.accessioned2026-03-02T14:47:33Z-
dc.date.available2026-03-02T14:47:33Z-
dc.date.created2025-06-25-
dc.date.issued2026-03-02-
dc.identifier.urihttps://hdl.handle.net/20.500.12738/19009-
dc.description.abstractEine spezielle Form partnerschaftlicher Gewalt gegen Frauen manifestiert sich in psychischer Gewalt innerhalb von Beziehungen zu Personen mit narzisstischen Persönlichkeitsmerkmalen. Diese Art der Gewalt kann häufig nur mit großen Schwierigkeiten identifiziert werden und wird oft tabuisiert. Die mangelnde Dokumentation von Übergriffen erschwert es den Betroffenen, den Mut aufzubringen, ihre Stille zu brechen, ihre Partner anzuzeigen oder die Beziehung zu beenden. Die Merkmale einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung umfassen unter anderem Empathiemangel, Arroganz, Rücksichtslosigkeit, Anspruchsdenken, Antagonismus und Ausbeutung. Studien haben zudem herausgefunden, dass narzisstische Persönlichkeitsstörungen einen erheblichen negativen Einfluss auf intime Beziehungen und damit auf betroffene Frauen ausüben. Individuen mit einer ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeitsstörung zeigen häufig ein aggressives Verhalten, von dem die Betroffenen als dominant, fern und manipulativ betroffen sind. Die Studien verdeutlichen, dass die Betroffenen in diesen Beziehungen objektifiziert und primär als Mittel zur Selbstbefriedigung wahrgenommen werden. Frauen erleben in diesen Verhältnissen fortwährend ein Wechselspiel zwischen Bewunderung und Abwertung. Diese Prozesse vollziehen sich in der Regel unbewusst und reflektieren tief verankerte Verhaltensmuster. In narzisstischen Beziehungen wird die Verantwortung für die Verhaltensweisen oft auf die betroffenen Frauen übertragen, was zu internalisierten Gefühlen von Scham und Schuld führt – ein psychologischer Prozess, der als „Täterintrojektion“ bekannt ist und mit einem Verlust des Selbstwertgefühls einhergeht. Manchmal kommt es zu einer unbewussten narzisstischen Kollusion, bei der die betroffenen Frauen in ihrer untergeordneten Rolle verharren und psychologisch als Komplementär-Narzisstinnen gelten. Verschiedene emotionale und neuropsychobiologische Faktoren tragen zur Genese von Trauma-Bindungen in diesen Beziehungen bei, dabei verinnerlichen die Betroffenen das Gefühl, dass „mit ihnen etwas nicht stimmt“ und dass auftretende Probleme in ihnen begründet liegen. Frauen in missbräuchlichen narzisstischen Beziehungen zeigen häufig ein ambivalentes Verhalten, das durch eine paradoxe Haltung gegenüber ihren Partnern geprägt ist, und offenbaren Gefühle, wie Angst, Schuld und Erschöpfung. Diese Frauen hinterfragen ihre Wahrnehmung der Realität, was zu einem geschädigten Selbstwertgefühl führt. Sie charakterisieren sich selbst oft als nicht liebenswert und sind daher auf externe Bestätigung angewiesen. Nach jahrelangen Erfahrungen in solchen Beziehungen internalisieren sie den Glauben, dass ihre Fähigkeiten als Mensch nicht ausreichen, weshalb sie sich den Erwartungen und dem Willen ihrer narzisstischen Partner unterordnen. Darüber hinaus können gemachte Gewalterfahrungen in der Kindheit zur Entwicklung von Verhaltensmustern und Überlebensstrategien beitragen, welche die Wahrnehmung und Normalisierung von Gewalt im Erwachsenenleben beeinflussen. Es handelt sich um eine komplexe Machtdynamik, an der beide Seiten beteiligt sind, wobei insbesondere die eine Seite durch ihr brüchiges Selbstwertgefühl ihren Teil zu dieser Dynamik beiträgt. Narzisstische Gewalt nimmt oft subtile, körperlose Formen an und folgt einem wiedererkennbaren Muster. Sie beginnt in der Phase des sogenannten „Love Bombing“, in der der Narzisst ein „falsches Selbst“ kreiert, das in starkem Gegensatz zu seiner wahren Natur steht. Diese anfängliche Täuschung schafft eine verzerrte Realität für die betroffenen Frauen, die glauben, geliebt zu werden. Nachdem Vertrauen und Zuneigung der Frauen gewonnen worden sind, wird allmählich die negative, authentische Persönlichkeit des Narzissten offenbar, die zu erheblichem emotionalem und psychischem Chaos führt. Frauen, die unter narzisstischem Missbrauch leiden, erfahren verschiedene Formen emotionaler und psychischer Gewalt, darunter Abwertung, Manipulation, Wutausbrüche, verbale Angriffe, Stalking, Drohungen, chronische Eifersucht, Kontrolle, Hoovering, soziale Isolation und Gaslighting. Diese sich wiederholenden Erfahrungen erzeugen einen Teufelskreis aus Intimität, Missbrauch, Nähe und Wiedergutmachung. Im Verlauf dieses Zyklus wird ihr Selbstverständnis infrage gestellt; ihr mentales, soziales und psychisches Wohlbefinden verschlechtert sich. Die Auswirkungen können bis hin zu posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS), psychosomatischen Beschwerden und Depressionen führen. Forschungsergebnisse belegen, dass Frauen eine langfristige soziale und emotionale Unterstützung benötigen, um von den Folgen ihrer narzisstischen Beziehungen zu genesen. Ein Verständnis der Mechanismen emotionaler Gewalt und des Phänomens der Trauma-Bindung ist essenziell für Fachkräfte der Sozialarbeit sowie für die individuelle Entwicklung der betroffenen Frauen. Mit angemessener Unterstützung und Intervention können die negativen Folgewirkungen überwunden und das Selbstwertgefühl gestärkt werden. In einem beratenden und therapeutischen Umfeld können die destruktiven Denkmuster identifiziert und verändert werden. Dank der Neuroplastizität des Gehirns haben Menschen die Möglichkeit, ihre Geschichte mithilfe professioneller Unterstützung zu bearbeiten, ihr Leben neu zu gestalten und ihre Fähigkeit zur Liebesfähigkeit zu erweitern. Der Einstieg in eine Beratung kann als entscheidender Wendepunkt für positive Veränderungen betrachtet werden. Interventionen der Sozialen Arbeit ermöglichen den Betroffenen, Klarheit über ihr Leiden und ihre Lebenshistorie zu gewinnen. In der Beratung tauschen Sozialarbeiter*innen Wissen mit ihren Klientinnen aus und liefern für die Erfahrungen der Klientinnen oft erklärende Begriffe, die ihnen helfen, ihre Situation zu verstehen. Das zentrale Ziel der Sozialen Arbeit besteht darin, die Klientinnen zu empowern, sodass sie aktiv an der Lösung ihrer Probleme mitwirken können. Im Rahmen eines Empowerment-Ansatzes wird der Fokus nicht auf die Defizite, sondern auf die Stärken der Betroffenen gelegt. Die Hilfe sollte aus der Perspektive der Klientinnen entwickelt werden, was es ihnen ermöglicht, durch eigenverantwortliches Handeln ihre Werte und Fähigkeiten zu erkennen. Das Empowerment zielt darauf ab, die Betroffenen zu stärken und ihre positive Integration in das gesellschaftliche Umfeld zu fördern. Die Klientinnen benötigen die Möglichkeit, zu erfahren, dass sie nicht auf abweichendes Verhalten angewiesen sind, um Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit und soziale Anerkennung zu erlangen. Die ressourcenorientierte Beratung durch den Empowerment-Ansatz bildet die Grundlage für die Frauen, die belastende Lebensphasen durch psychische Gewalt erlebt haben, um diese erfolgreich zu überwinden. Daher ist es entscheidend, die systematische Erosion des Selbstwerts durch narzisstischen Missbrauch in der Beratung anzuerkennen und zu validieren. Viele Frauen haben ihre Stimme zu ihrem eigenen Schutz zurückgenommen; die Beratung sollte daher darauf abzielen, ihre Ausdruckskraft zu stärken und das Vertrauen in ihre eigene Stimme zu fördern. Professionelle Beratung stellt für Frauen eine umfassende Möglichkeit dar, zukünftigen missbräuchlichen Beziehungen vorzubeugen.de
dc.language.isodeen_US
dc.subject.ddc150: Psychologieen_US
dc.titleVon idealisierenden Anfängen zur psychischen Gewalt : männlicher Narzissmus als Risikofaktor in Partnerschaft ; eine Analyse und Handlungsmöglichkeiten für die soziale Arbeit im Kontext der Frauenberatungde
dc.typeThesisen_US
openaire.rightsinfo:eu-repo/semantics/openAccessen_US
thesis.grantor.departmentFakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
thesis.grantor.departmentDepartment Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
thesis.grantor.universityOrInstitutionHochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburgen_US
tuhh.contributor.refereeQuitmann, Julia-
tuhh.identifier.urnurn:nbn:de:gbv:18302-reposit-235517-
tuhh.oai.showtrueen_US
tuhh.publication.instituteFakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
tuhh.publication.instituteDepartment Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
tuhh.type.opusBachelor Thesis-
dc.type.casraiSupervised Student Publication-
dc.type.dinibachelorThesis-
dc.type.driverbachelorThesis-
dc.type.statusinfo:eu-repo/semantics/publishedVersionen_US
dc.type.thesisbachelorThesisen_US
dcterms.DCMITypeText-
tuhh.dnb.statusdomainen_US
item.openairetypeThesis-
item.cerifentitytypePublications-
item.creatorOrcidSawan, Maytha-
item.advisorGNDHeer-Rodiek, Volker-
item.fulltextWith Fulltext-
item.grantfulltextopen-
item.languageiso639-1de-
item.creatorGNDSawan, Maytha-
item.openairecristypehttp://purl.org/coar/resource_type/c_46ec-
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