| DC Element | Wert | Sprache |
|---|---|---|
| dc.contributor.advisor | Heer-Rodiek, Volker | - |
| dc.contributor.author | Salman, Lana | - |
| dc.date.accessioned | 2026-05-08T07:03:18Z | - |
| dc.date.available | 2026-05-08T07:03:18Z | - |
| dc.date.issued | 2025-08-05 | - |
| dc.identifier.uri | https://hdl.handle.net/20.500.12738/19259 | - |
| dc.description.abstract | Diese Arbeit versteht sich nicht ausschließlich als rein akademischer Beitrag, sondern als engagiertes Plädoyer für Sichtbarkeit, Teilhabe und kritisches Mitgestalten – im Namen aller Frauen und insbesondere jener syrischen geflüchteten Frauen, deren Lebensrealitäten in wissenschaftlichen wie gesellschaftlichen Diskursen nach wie vor allzu häufig marginalisiert und übersehen werden. Die inhaltliche Essenz dieser Analyse verdeutlicht, wie eng gesellschaftliche, politische und institutionelle Ausschlussmechanismen miteinander verwoben sind und welche tiefgreifenden Auswirkungen sie auf das Leben syrischer geflüchteter Frauen haben. Die bestehenden Unterstützungsstrukturen wurden dabei kritisch hinterfragt – insbesondere im Hinblick darauf, ob sie den komplexen Lebensrealitäten dieser Zielgruppe tatsächlich gerecht werden. Analytisch hervorgehoben wurden die miteinander verflochtenen Herausforderungen syrischer geflüchteter Frauen aus intersektionaler Perspektive sowie deren Unterschiede zu anderen sozialen Gruppen. Dabei rückten sozialarbeitswissenschaftliche Konzepte und praxisorientierte Ansätze in den Mittelpunkt, die geeignet erscheinen, gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und strukturelle Barrieren gezielt abzubauen. Besonderes Augenmerk galt dabei auch der Rolle von Sozialarbeiter*innen und Fachkräften im sozialen Bereich – insbesondere jener, die selbst intersektionalen Benachteiligungen ausgesetzt sind. Im Zentrum der Analyse stehen syrische geflüchtete Frauen, deren Lebensrealitäten stark von der Erfahrung der Flucht geprägt sind – eine Erfahrung, die ihnen jedoch allzu häufig als alleiniges Identitätsmerkmal zugeschrieben wird. Anstatt sie als handelnde Subjekte wahrzunehmen, werden sie in gesellschaftlichen wie professionellen Kontexten immer wieder auf eng codierte Rollen reduziert – etwa als passive, rückständige „Musliminnen“, als fürsorgliche „Mütter“ oder in ihrer gesamten Komplexität auf die Kategorie der „Geflüchteten“ verkürzt. Ihre Perspektiven, Ziele, Träume, Kompetenzen und individuellen Potenziale bleiben dabei vielfach unbeachtet und werden auf struktureller Ebene systematisch entwertet. Und dennoch zeigen sich innerhalb dieser engen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beeindruckende Kräfte der Selbstermächtigung. Gerade im Spannungsfeld zwischen Marginalisierung und der aktiven Gestaltung des eigenen Lebens entfaltet sich jene Dynamik, die im Rahmen dieser Arbeit als Empowerment verstanden wird als gemeinschaftlich getragener, machtkritischer Prozess, der auf Selbstbestimmung und soziale Teilhabe zielt. Im Laufe meiner Recherche und Auseinandersetzung mit dem Thema habe ich mich bewusst dafür entschieden, meine theoretische Auseinandersetzung nicht ausschließlich auf westlich dominierte, weiße und männlich geprägte Perspektiven zu stützen. Stattdessen flossen Stimmen und Positionen von Frauen, Männern und nicht-binären Personen ein, insbesondere aus dem Globalen Süden. Diese Entscheidung entspringt dem Anliegen, jene Erfahrungs- und Denkräume sichtbar zu machen, die in wissenschaftlichen Diskursen häufig marginalisiert oder ausgeschlossen werden. Im Mittelpunkt stehen Konzepte, die kollektive Stärke, Widerständigkeit und Selbstwirksamkeit betonen – und sich vom defizitorientierten Blick abwenden. Die theoretische Verortung dieser Arbeit gründet daher auf Stimmen mit Migrationshintergrund und aus nicht-westlichen Kontexten – insbesondere auf Batliwala und Solomon, deren Verständnis von Empowerment eine tiefgreifende Verschiebung von Machtverhältnissen fordert. Empowerment wird hier nicht als Technik verstanden, sondern als politischer Prozess der kollektiven Aneignung von Rechten, Ressourcen und Repräsentation – getragen von Beziehung, Vertrauen und gegenseitiger Anerkennung. Maßgeblich war für mich zudem die Auseinandersetzung mit der intersektionalen Theorie nach Crenshaw, die mir ermöglichte, die vielschichtigen und miteinander verflochtenen Diskriminierungserfahrungen syrischer Frauen differenziert zu analysieren. Diese Perspektive sensibilisierte mich für die Komplexität widersprüchlicher Lebensrealitäten – und für die Notwendigkeit, diese ernst zu nehmen, anstatt sie zu vereinfachen. Auch Stimmen wie die von Bollwinkel Klee, Seukwa, Chehata, Rosentreich oder Boger mahnen zur Selbstreflexion: Fachkräfte mit biografischer Nähe zu den Themen Migration und Marginalisierung bringen ein Erfahrungswissen mit, das Empowermentprozesse transformieren kann – vorausgesetzt, sie finden innerhalb der professionellen Praxis Anerkennung und Raum. Die Entscheidung, den Fokus dieser Arbeit auf syrische geflüchtete Frauen zu legen, führte zu der ernüchternden Erkenntnis, dass wissenschaftliche Arbeiten, die diesen Frauen mit der nötigen Tiefe und Wertschätzung begegnen, bislang rar sind. Eine wichtige inhaltliche Orientierung bot mir in diesem Zusammenhang die Arbeit von Palenberg, die mit analytischer Schärfe, fachlicher Tiefe und zugleich menschlicher Sensibilität die Lebensrealitäten syrischer Frauen in den Fokus stellt. Ihre Verbindung aus empirischer Fundierung, intersektionaler Sensibilität und relationaler Haltung bietet einen wissenschaftlichen Zugang, der nicht abstrahiert oder vereinfacht, sondern einordnet, einbezieht und klar Haltung zeigt – entschieden gegen strukturelle Ausgrenzung. Diese Arbeit war ein Anfang – für ein Denken und Handeln, das sich nicht mit dem Bestehenden zufriedengibt. Für mich markiert sie den Beginn eines fortgesetzten Engagements – beruflich, wissenschaftlich und politisch. Die intensive Auseinandersetzung mit den komplexen, insbesondere intersektionalen Herausforderungen geflüchteter Frauen sowie das erkennbare Fehlen kritisch-reflektierter Empowerment-Ansätze im bestehenden Unterstützungssystem haben mein Interesse an einer vertieften fachlichen Weiterentwicklung maßgeblich geprägt. Aus der gewachsenen, leidenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema ist die Idee entstanden, aufbauend auf dieser Bachelorarbeit eine empirisch fundierte und konzeptionell vertiefte Masterarbeit zu entwickeln – gemeinsam mit syrischen Frauen, in einem partizipativen Forschungsprozess, der ihre Perspektiven ernst nimmt und sichtbar macht. Dabei soll das Verständnis von Empowerment weiterentwickelt werden – getragen von allen Stimmen, Gedanken und Impulsen, die in dieser Arbeit Raum gefunden haben, und eingebettet in ein Fundament, das als Ausgangspunkt für ein praxisorientiertes Projekt dienen kann. Diese Weiterführung ist nicht zufällig. Vielmehr ergibt sie sich folgerichtig aus den Erkenntnissen dieser Arbeit und verweist auf die Notwendigkeit, gerade im Kontext syrischer geflüchteter Frauen und auf Grundlage der zuvor durchgeführten literaturgestützten Analyse, Empowerment-Ansätze zu entwickeln, die nicht über diese Frauen sprechen, sondern mit ihnen – und gemeinsam mit ihnen kritische, bedarfsorientierte sowie kollektive Konzepte entwickeln, die bestehende Machtverhältnisse hinterfragen und neue Deutungsräume eröffnen. Nicht aus der Distanz, sondern im gemeinsamen Denken und Fühlen – in einem respektvollen, reflektierten Dialog auf Augenhöhe, sensibel für die biografische Tiefe und gesellschaftliche Komplexität, die ihre Lebenswelten prägen. Empowerment in diesem Sinne ist für syrische geflüchtete Frauen an den Schnittstellen von Geschlecht, Herkunft, Religion und Fluchterfahrung keine optionale Ergänzung, sondern eine grundlegende Voraussetzung und ein vollverdientes Recht auf Selbstverwirklichung und soziale Teilhabe. Die strukturellen Barrieren, denen sie begegnen, lassen sich nicht durch paternalistische Angebote überwinden. Erforderlich ist eine Soziale Arbeit, die zuhört, sich selbst kritisch reflektiert und wissenschaftliche Zugänge mit dekolonialen Perspektiven verbindet – eine Praxis, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist: für wen sie spricht, wem sie zuhört und welche Stimmen systematisch ungehört bleiben. Sie schafft konsequent Räume für Handlungsmöglichkeiten – getragen von einem machtkritischen, intersektional informierten Zugang, der die Lebensrealitäten betroffener Frauen nicht an den Rand drängt, sondern in das Zentrum professionellen Handelns rückt. Erst unter diesen Voraussetzungen lässt sich Empowerment als vielschichtiger, beziehungsorientierter und gesellschaftskritischer Prozess begreifen: gegründet auf Anerkennung, getragen von Reflexion und wirksam in der konkreten Praxis. Die Analyse hat dabei deutlich gemacht, wie zentral passgenaue Angebote, tragfähige Projekte und unterstützende Strukturen sind – ebenso wie die Haltung und Positionierung der Fachkräfte, insbesondere in den oft übersehenen Momenten des Alltags syrischer geflüchteter Frauen. Es geht hier nicht darum, syrische Frauen zu „stärken“ – ihre Stärke ist längst vorhanden. Nicht sie müssen gestärkt werden, sondern die Strukturen, die ihre vorhandenen Ressourcen und Potenziale erkennen, würdigen und zur Entfaltung bringen. Denn syrische Frauen sind nicht auf ihre Fluchterfahrung reduzierbar. Sie sind weit mehr als das Etikett, das ihnen zugeschrieben wird – sie sind Töchter, Partnerinnen, Ehefrauen, Mütter, Studierende, Fachkräfte, Aktivistinnen und nicht zuletzt Kämpferinnen. Als handelnde Subjekte gehören ihre Stimmen nicht an den Rand, sondern in das Zentrum gesellschaftlicher Diskurse. | de |
| dc.language.iso | de | en_US |
| dc.subject.ddc | 360: Soziale Probleme, Sozialarbeit | en_US |
| dc.title | Empowerment im Spannungsfeld von Unterstützung und Macht : kritisch-analytische sozialarbeiterische Perspektive auf intersektionale Herausforderungen syrischer geflüchteter Frauen ; „Ich bin mehr als Flucht“ | de |
| dc.type | Thesis | en_US |
| openaire.rights | info:eu-repo/semantics/openAccess | en_US |
| thesis.grantor.department | Fakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| thesis.grantor.department | Department Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| thesis.grantor.universityOrInstitution | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg | en_US |
| tuhh.contributor.referee | Seukwa, Louis Henri | - |
| tuhh.identifier.urn | urn:nbn:de:gbv:18302-reposit-238778 | - |
| tuhh.oai.show | true | en_US |
| tuhh.publication.institute | Fakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| tuhh.publication.institute | Department Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| tuhh.type.opus | Bachelor Thesis | - |
| dc.type.casrai | Supervised Student Publication | - |
| dc.type.dini | bachelorThesis | - |
| dc.type.driver | bachelorThesis | - |
| dc.type.status | info:eu-repo/semantics/publishedVersion | en_US |
| dc.type.thesis | bachelorThesis | en_US |
| dcterms.DCMIType | Text | - |
| tuhh.dnb.status | domain | en_US |
| item.grantfulltext | open | - |
| item.openairecristype | http://purl.org/coar/resource_type/c_46ec | - |
| item.cerifentitytype | Publications | - |
| item.advisorGND | Heer-Rodiek, Volker | - |
| item.fulltext | With Fulltext | - |
| item.creatorOrcid | Salman, Lana | - |
| item.creatorGND | Salman, Lana | - |
| item.languageiso639-1 | de | - |
| item.openairetype | Thesis | - |
| Enthalten in den Sammlungen: | Theses | |
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| Datei | Beschreibung | Größe | Format | |
|---|---|---|---|---|
| Empowerment im Spannungsfeld von Unterstützung und Macht_BA.pdf | 737.1 kB | Adobe PDF | Öffnen/Anzeigen |
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