| DC Field | Value | Language |
|---|---|---|
| dc.contributor.advisor | Tiedeken, Peter | - |
| dc.contributor.author | Veyel, Vanessa | - |
| dc.date.accessioned | 2026-05-08T07:43:51Z | - |
| dc.date.available | 2026-05-08T07:43:51Z | - |
| dc.date.issued | 2025-10-16 | - |
| dc.identifier.uri | https://hdl.handle.net/20.500.12738/19260 | - |
| dc.description.abstract | Die Forschungsfrage lässt sich klar beantworten. Die Darstellung der Sozialen Arbeit im Fall der Familie Ritter wirkt in weiten Teilen nicht professionell genug. Besonders die Figur des Jugendamtsleiters bleibt ohne tragfähige Kontextualisierung. Entscheidungen des Jugendamtes erscheinen als individuelle Zuschreibung statt als Ergebnis eines nachvollziehbaren Hilfeprozesses. Der Blick auf Lebenslagen und strukturelle Bedingungen tritt zu oft zurück, obwohl gerade sie für eine faire Bewertung zentral wären. Aus fachlicher Sicht hätte die Arbeit des Jugendamts sichtbar gemacht werden müssen als geplanter und dokumentierter Prozess mit klaren Zielen, Zuständigkeiten und überprüfbaren Schritten. Der Hilfeplan nach § 36 SGB VIII ist dafür der verbindliche Rahmen. Im Material ist jedoch weder eine gestufte Rückführung noch eine abgesicherte Übergangsplanung erkennbar. Die gleichzeitige Rückkehr mehrerer Kinder in ein hoch belastetes Umfeld wirkt unkoordiniert. Elternarbeit und die Beteiligung der jungen Menschen bleiben blass. So entsteht ein Bild von Verwaltungshandeln, das eher reagiert als steuert. Auch die Darstellung der sozialpädagogischen Familienhilfe bleibt ambivalent. Sichtbar wird praktische Unterstützung im Alltag, zugleich finden sich Sequenzen und Formulierungen, die einer respektvollen, beteiligungsorientierten Haltung widersprechen. Eine professionelle SPFH braucht klare Vereinbarungen zu Zielen, Zeiten, Intensität und Methoden, eine sensible Sprache ohne Beschämung und eine echte Beteiligung von Eltern und Kindern. Im Material fehlen dafür zu oft die erkennbaren Anker. Hilfe droht dadurch zur verdeckten Kontrolle zu werden, statt Ressourcen zu stärken und Selbstwirksamkeit zu fördern. Ein anderes Bild zeichnet die pädagogische Arbeit von Michael Jagdmann im Heim. Sie ist strukturiert, ressourcenorientiert und auf gelingende Alltagspraxis ausgerichtet. Sichtbar werden die Beziehung, klare Projektziele und das Einfordern einer tragfähigen Anschlusslösung. Das überzeugt fachlich und zeigt, wie Entwicklungsräume geöffnet werden können. Gleichwohl repräsentiert er nicht das behördliche Feld Sozialer Arbeit, sondern handelt als Erzieher. Sein Beispiel bleibt deshalb ein wichtiger Kontrast, aber keine Entlastung der behördlichen Fallsteuerung. Die mediale Rahmung verstärkt die Probleme. Es werden wiederholt defizitkodierte Bilder und rechtsextreme Inhalte ohne konsequente Einordnung gezeigt. Erkennbare Nichteinwilligungen werden nicht zuverlässig respektiert. Eingriffe der Redaktion in laufende Situationen erhöhen die Zuspitzung und damit das Risiko für Beteiligte. Der Fokus auf leere Flaschen, beschädigte Möbel und eskalative Szenen schafft eine Dramaturgie, die Moralisierung und Emotionalisierung begünstigt. Diese Darstellung hat Folgen. Aus dem Material wird deutlich, dass der Name Ritter bei Wohnungsbewerbungen als Makel wirkt. Karin berichtet von zahlreichen Absagen oder fehlenden Rückmeldungen. Jasmin erwägt eine Namensänderung und rechnet mit Nachteilen auf dem Arbeitsmarkt. Das verweist auf reale Exklusionserfahrungen, die durch mediale Stereotype zusätzlich befeuert werden können. Für die Profession ergibt sich ein doppelter Auftrag. Erstens muss Hilfeplanung sichtbar gelebt werden. Dazu gehören frühzeitige Perspektivklärungen, abgestufte Übergänge, verlässliche Elternarbeit, dokumentierte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie klare Verantwortlichkeiten. Zweitens braucht es eine reflektierte Kommunikation in der Öffentlichkeit. Wo Fälle medienwirksam verhandelt werden, müssen Schutz, Kontext und Würde Vorrang haben. Das gilt insbesondere, wenn Minderjährige betroffen sind oder Stigmatisierung zu befürchten ist. Im Ergebnis bleibt festzuhalten, Sozialarbeit wird in der Reportage nur teilweise gezeigt, wie sie rechtlich, fachlich und ethisch sein soll. Die behördliche Fallsteuerung erscheint unzureichend sichtbar geplant, die SPFH wirkt nicht durchgängig beteiligungsorientiert, und die mediale Form verstärkt Stigmatisierung, statt sie zu vermeiden. Das positive Gegenbeispiel aus der Heimerziehung macht zugleich deutlich, dass strukturierte Beziehungsgestaltung, klare Ziele und alltagsnahe Förderung wirksam sind. Für Praxis und Organisationen heißt das, die eigenen Standards nicht nur zu kennen, sondern im konkreten Fall nachvollziehbar umzusetzen und gegenüber der Öffentlichkeit sorgsam zu vertreten. So wird Soziale Arbeit für die Beteiligten erfahrbar als Hilfe, die schützt, stärkt und Perspektiven eröffnet. Die Aussagekraft der Arbeit ist durch den Charakter des Materials begrenzt. Der Forschungsgegenstand setzt sich aus gesendeten Beiträgen zusammen, die redaktionell ausgewählt und montiert wurden. Es liegt keine durchgehende Beobachtung vor, und es ist nicht erkennbar, welche Szenen nicht gezeigt wurden oder wie Auslassungen das Bild der beteiligten Personen und Institutionen womöglich verschieben. Die Befunde beschreiben daher in erster Linie die Darstellung im Fernsehen und nur mittelbar das fachliche Handeln dahinter. Ein Abgleich mit amtlichen Unterlagen war nicht möglich. Es bestand E-Mail-Kontakt mit Peter Grimm, auf den er persönlich geantwortet hat. In seiner Rückmeldung verwies er auf datenschutzrechtliche Grenzen und die fehlende Einwilligung der Betroffenen, weitergehende Auskünfte oder Akteneinsicht konnten daher nicht erfolgen. Das Einholen der Datenschutzerklärung war im zeitlichen Rahmen einer Bachelorarbeit nicht möglich. Als Ausblick könnte dies in einer Masterarbeit erfolgen und möglicherweise detailliertere Aussagen zulassen. Auch eine systematische Gegenperspektive der beteiligten Fachkräfte, der freien Träger oder der Familie liegt nicht vor. Es wurden keine eigenen Interviews geführt, sodass Fremd- und Selbstdeutungen nicht mehrperspektivisch geprüft werden konnten. Dadurch bleiben wichtige Nuancen zur weiteren Einordnung der tatsächlichen Sozialen Arbeit, etwa zur Kooperation im Hilfeprozess oder zur Beteiligung von Eltern und jungen Menschen, unbekannt. Hinzu kommen Grenzen, die aus medienlogischen Setzungen entstehen. Kameraauswahl, Off- Texte und dramaturgische Zuspitzungen erzeugen Bedeutungen, die kontextarme Lesarten nahelegen können. Was im Beitrag als Fehlhandlung erscheint, kann im nicht gezeigten Umfeld anders gerahmt gewesen sein. Die Arbeit reflektiert diese Differenz zwischen Darstellung und möglicher Praxis, kann sie aber ohne zusätzliche Quellen nicht auflösen. Die zeitliche Abgrenzung wirkt ebenfalls einschränkend. Der Schwerpunkt liegt auf jüngeren Ausstrahlungen, frühere Jahrzehnte werden nur selektiv herangezogen. Veränderungen im professionellen Vorgehen über die Jahre hinweg, können so unvollständig sichtbar werden. Zudem basiert die Bewertung auf einem qualitativen Vorgehen mit fallanalytischem Fokus. Eine vollständige inhaltsanalytische Kodierung aller Folgen mit einem Kategoriensystem, hätte weitere Vergleichbarkeit und Reliabilität erzeugt, lag jedoch außerhalb des Rahmens der Arbeit. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse ist lediglich eingeschränkt gegeben. Es handelt sich um einen singulären, stark medialisierten Fall unter spezifischen lokalen Bedingungen. Aus der Analyse lassen sich daher keine unmittelbaren Aussagen über die allgemeine Qualität behördlicher oder freier Jugendhilfepraxis ableiten. Auch die beobachteten Hinweise auf Stigmatisierung, etwa bei Wohnungssuche und Arbeit, verweisen auf plausible Zusammenhänge, belegen jedoch keine kausalen Wirkungen, da andere Einflussfaktoren nicht kontrolliert werden konnten. Schließlich ist die Arbeit von einem normativen Maßstab geleitet, der rechtliche und berufsethische Anforderungen betont. Dieser Maßstab ist für die Bewertung erforderlich, kann aber in der Zusammenschau dazu führen, dass positive oder ambivalente Anteile im Material weniger Gewicht erhalten, wenn sie nicht deutlich dokumentiert sind. Insgesamt sind die Befunde daher als eine begründete, aber materialabhängige Einordnung der Fernsehdarstellung zu lesen und nicht als vollständiges Abbild des fachlichen Handelns im Einzelfall. | de |
| dc.language.iso | de | en_US |
| dc.subject.ddc | 360: Soziale Probleme, Sozialarbeit | en_US |
| dc.title | Soziale Arbeit im Spiegel der Medien : die Familie Ritter als Fallbeispiel | de |
| dc.type | Thesis | en_US |
| openaire.rights | info:eu-repo/semantics/openAccess | en_US |
| thesis.grantor.department | Fakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| thesis.grantor.department | Department Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| thesis.grantor.universityOrInstitution | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg | en_US |
| tuhh.contributor.referee | Hagen, Jutta | - |
| tuhh.identifier.urn | urn:nbn:de:gbv:18302-reposit-238806 | - |
| tuhh.oai.show | true | en_US |
| tuhh.publication.institute | Fakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| tuhh.publication.institute | Department Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| tuhh.type.opus | Bachelor Thesis | - |
| dc.type.casrai | Supervised Student Publication | - |
| dc.type.dini | bachelorThesis | - |
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| dc.type.status | info:eu-repo/semantics/publishedVersion | en_US |
| dc.type.thesis | bachelorThesis | en_US |
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| item.cerifentitytype | Publications | - |
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| item.fulltext | With Fulltext | - |
| item.creatorOrcid | Veyel, Vanessa | - |
| item.creatorGND | Veyel, Vanessa | - |
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| Appears in Collections: | Theses | |
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