Verlagslink DOI: 10.5281/zenodo.16760381
Titel: „Es braucht klare Strukturen und bessere Unterstützung“ : Erkenntnisse zur mundgesundheitlichen Versorgung pflegebedürftiger Menschen im häuslichen Umfeld (InSEMaP)
Sprache: Deutsch
Autorenschaft: Porzelt, Sarah 
Koenig, Alena 
Heyke, Maren 
Behrens-Potratz, Anja  
Stratmeyer, Peter 
Schellhammer, Stefanie 
Konnopka, Claudia 
Schmage, Petra 
Konnopka, Alexander 
Zimmermann, Thomas 
Herausgeber: Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung 
Erscheinungsdatum: 7-Aug-2025
Verlag: Zenodo, Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e.V.
Zeitschrift oder Schriftenreihe: Zenodo : research shared 
Projekt: Interaktionen von Systemischen Erkrankungen und Mundgesundheit bei ambulanter Pflegebedürftigkeit 
Konferenz: Deutscher Kongress für Versorgungsforschung 2025 
Zusammenfassung: 
Hintergrund: Die Mundgesundheit ambulant pflegebedürftiger Menschen ist eng mit ihrer allgemeinen Gesundheit und Lebensqualität verknüpft. Dennoch erschweren strukturelle, organisatorische und individuelle Barrieren die Inanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen. Viele häuslich lebende Menschen mit Funktionseinschränkungen sind auf Unterstützung bei der Mundhygiene angewiesen, erhalten diese jedoch häufig nicht in ausreichendem Maß. Das fragmentierte Gesundheitssystem mit unterschiedlichen Zuständigkeiten und Vergütungsmodellen erschwert eine koordinierte Versorgung und begünstigt Versorgungslücken. Zielsetzung: Das durch den Innovationsfonds geförderte Forschungsvorhaben untersucht mit einem Mixed-Methods-Ansatz, welche Faktoren die Inanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen durch ambulant pflegebedürftige Personen beeinflussen. Ziel ist die Identifikation zentraler Barrieren und förderlicher Bedingungen, um praxisnahe Handlungsempfehlungen für eine bedarfsgerechte, evidenzbasierte Versorgung abzuleiten. Methode: Mittels einer Fragebogenerhebung bei 5.417 gesetzlich Versicherten (≥60 Jahre mit Pflegegrad) wurde die mundgesundheitliche Situation erfasst. Ergänzend fanden Fokusgruppen und Einzelinterviews mit 55 Stakeholdern der Versorgung statt: Hausärzt:innen (HÄ), Zahnärzt:innen (ZÄ), zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA), professionell Pflegenden (PP) sowie pflegenden Angehörigen (PA). Insgesamt wurden sechs homogene Fokusgruppen (n=29), zwei heterogene Fokusgruppen (n=9) und 17 Einzelinterviews geführt. Die qualitative Auswertung erfolgte deduktiv-induktiv nach Kuckartz. Ergebnisse: Die quantitative Analyse zeigt, dass 40,5 % der Befragten seit Beginn der Pflegebedürftigkeit seltener oder keine zahnärztlichen Leistungen mehr nutzen. Die qualitative Analyse verdeutlicht strukturelle Herausforderungen und konkrete Versorgungsbedarfe. HÄ fordern eine stärkere Integration der Mundgesundheit in Routinetermine, klare Überweisungsstrukturen und bessere sektorübergreifende Abstimmung. ZÄ wünschen eine angemessene Vergütung für Hausbesuche, administrative Entlastung und mobile Ausstattung. PP betonen die Notwendigkeit automatischer Transportgenehmigungen, erweiterter Leistungen zur Mundpflege und verbindlicher Schulungen. PA fordern verständliche Informationen zu mobilen Angeboten, finanzielle Unterstützung und vereinfachte Abrechnung. ZFA sprechen sich für einen erweiterten Delegationsrahmen zur eigenständigen Durchführung präventiver Maßnahmen aus. Implikation für Forschung und/oder Praxis: Die Ergebnisse verdeutlichen den Handlungsbedarf für verbesserte interprofessionelle Zusammenarbeit und strukturelle Voraussetzungen. Schulungen für Pflegekräfte und Angehörige, mobile Angebote sowie eine bessere Finanzierung präventiver Leistungen könnten die Versorgung deutlich verbessern. Die Studie liefert eine fundierte Basis für versorgungspolitische Maßnahmen.

Quellenangaben: 1 Zimmermann, T.; Koenig, A.; Porzelt, S.; et al. (2023). https://dx.doi.org/10.1136/bmjopen-2022-063685.
2 Koenig, A.; Porzelt, S.; Behrens-Potratz, A.; et al. (2024). https://doi.org/10.1186/s12903-024-04500-6
URI: https://hdl.handle.net/20.500.12738/19346
Begutachtungsstatus: Diese Version hat ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen (Peer Review)
Einrichtung: Department Pflege und Management (ehemalig, aufgelöst 10.2025) 
Fakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025) 
Forschungs- und Transferzentrum Kooperatives Prozessmanagement 
Competence Center Gesundheit 
Dokumenttyp: Präsentation
Hinweise zur Quelle: "Es braucht klare Strukturen und bessere Unterstützung" – Erkenntnisse zur mundgesundheitlichen Versorgung pflegebedürftiger Menschen im häuslichen Umfeld (InSEMaP) (Abstract-ID 0573), Hamburg, 22-24.09.2025 (Session VS44: Versorgungsforschung in der Zahnmedizin: Daten, Erfahrungen, Empfehlungen, Part 2). Abstract der Präsentation auf Zenodo via Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e.V. erschienen.
Sponsor / Fördernde Einrichtung: Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) - Innovationsausschuss 
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