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dc.contributor.advisorLimmer, Claudia-
dc.contributor.authorMercuri-Heinrich, Nadia-
dc.date.accessioned2026-07-06T06:44:12Z-
dc.date.available2026-07-06T06:44:12Z-
dc.date.issued2025-12-16-
dc.identifier.urihttps://hdl.handle.net/20.500.12738/19527-
dc.description.abstractFazit 6.1 Zentrale Erkenntnisse Die vorliegende Bachelorarbeit zeigt, dass die β-Thalassämie minor in der Schwangerschaft keine eigenständige Hochrisikokonstellation darstellt, sondern vielmehr eine hämatologische Variante, die eine präzise Diagnostik und verantwortungsvolle Betreuung erfordert. Die systematische Literaturrecherche im Kapitel 3 „Methodisches Vorgehen und Studienauswahl“ verdeutlicht einerseits die Breite der internationalen Evidenzlage, andererseits aber auch deren erhebliche Heterogenität. Die Auswertung der Studien belegt, dass bei Trägerinnen einer β-Thalassämie minor häufiger leichte bis moderate Anämien auftreten, die mit einem erhöhten Risiko für hypertensive Schwangerschaftserkrankungen und vereinzelt für Frühgeburten einhergehen können. Gleichzeitig lässt sich die klinische Relevanz dieser Befunde nur eingeschränkt generalisieren. Viele der analysierten Untersuchungen basieren auf retrospektiven Kohorten aus Regionen mit höherer Prävalenz und anderen Versorgungssystemen, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den deutschsprachigen Raum limitiert. Methodische Schwächen wie inkonsistente Definitionen hämatologischer Parameter, variierende Outcome-Kategorien und teilweise geringe Stichprobengrößen erschweren zusätzlich eine valide Gesamteinschätzung. Dennoch machen die vorliegenden Daten deutlich, dass regelmäßige laborchemische Kontrollen, insbesondere von Hb, MCV, MCH und Ferritin, zentral sind, um Fehldiagnosen und inadäquate Therapien zu vermeiden. Zudem sind internationale Leitlinien (etwa von RCOG, ACOG oder TIF), wie in Kapitel 2.4 „Versorgungssituation international und national von Schwangeren mit β-Thalassämie minor“ dargestellt, für die spezifische Versorgung von Frauen mit β-Thalassämie minor nur eingeschränkt nutzbar. Die meisten Empfehlungen beziehen sich primär auf komplexere oder transfusionsabhängige Thalassämieformen und setzen Versorgungsstrukturen voraus, die in Deutschland nicht existieren. Dadurch entstehen in der Betreuungspraxis blinde Flecken, da viele Handlungsempfehlungen nicht passgenau auf die Bedürfnisse von Trägerinnen zugeschnitten sind. Für die Hebammenarbeit zeigt sich deutlich, dass ein differenziertes Verständnis hämatologischer Besonderheiten im Schwangerschaftsverlauf notwendig ist. Hebammen sind maßgeblich daran beteiligt, Symptome und Laborbefunde frühzeitig einzuordnen, diagnostische Abklärungen anzuregen und Frauen kompetent und verständlich zu beraten. Ihre Fähigkeit, wissenschaftliche Evidenz kritisch zu reflektieren und situativ angemessen in die Praxis zu übertragen, bildet eine wesentliche Grundlage für eine sichere und patientinnenorientierte Versorgung. Die β-Thalassämie minor verdeutlicht exemplarisch die Notwendigkeit, klinische Expertise mit evidenzbasierten Entscheidungen und sensibler Kommunikationskompetenz zu verbinden. 6.2 Ausblick: Empfehlungen für Forschung, Praxis und Richtlinie Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen einen deutlichen Entwicklungsbedarf in Forschung, klinischer Versorgung und gesundheitspolitischer Rahmensetzung. Zukünftige Studien sollten prospektiv, multizentrisch und kontextsensibel angelegt sein, um robuste Aussagen über den Einfluss der β-Thalassämie minor auf maternale und perinatale Outcomes im europäischen Versorgungskontext treffen zu können. Neben medizinischen Parametern sollten verstärkt sozial-emotionale, kulturelle und ethische Einflussfaktoren untersucht werden, da diese das Erleben einer genetischen Trägerschaft maßgeblich prägen. Ebenso besteht Forschungsbedarf zur Wirksamkeit genetischer Beratung sowie interprofessioneller Betreuungskonzepte. Wie Kapitel 2.4 „Versorgungssituation international und national von Schwangeren mit β-Thalassämie minor“ aufgezeigt hat, erschwert die mangelnde Übertragbarkeit internationaler Leitlinien die Entwicklung nationaler Betreuungskonzepte erheblich. Dies liegt vor allem daran, dass die Evidenzbasis für β-Thalassämie minor schwach ist und sich viele Empfehlungen indirekt aus Daten schwererer Thalassämieformen ableiten. Hieraus ergibt sich ein klarer Forschungsbedarf, der die Grundlage für eine zukunftsfähige Versorgung bilden muss. Für die Hebammenpraxis ergeben sich daraus mehrere zentrale Handlungsperspektiven. Erstens ist eine stärkere curriculare Verankerung hämatologischer und genetischer Inhalte in der Hebammenausbildung erforderlich, um den professionellen Umgang mit komplexen Diagnosen zu stärken. Zweitens sollten Fort- und Weiterbildungen die kritische Bewertung von Forschungsergebnissen fördern und Kompetenzen im Umgang mit Laborparametern sowie Leitlinien schärfen. Hebammen sind in besonderer Weise prädestiniert, zwischen medizinischen Fachdisziplinen und der Schwangeren zu vermitteln. Durch qualifizierte Aufklärung, Präventionsarbeit und sozial-emotionale Unterstützung tragen sie wesentlich zu einer kontinuierlichen, vertrauensbasierten Versorgung bei. Auf gesundheitspolitischer Ebene ist die Einführung eines nationalen Registers für Hämoglobinopathien ebenso bedeutsam wie die Entwicklung eines risikoadaptierten Screeningprogramms. Erfahrungen aus Ländern wie Italien und Zypern verdeutlichen, dass strukturierte Screeningstrategien nicht nur homozygote Erkrankungsformen reduzieren, sondern auch entscheidende Verbesserungen der Versorgung ermöglichen. Eine verpflichtende und niedrigschwellige genetische Beratung sollte zudem Teil der Regelversorgung sein, um allen Schwangeren einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen über genetische Risiken zu sichern. Langfristig kann eine evidenzbasierte, interdisziplinär vernetzte und patientinnenzentrierte Hebammenarbeit maßgeblich zur Verbesserung der Versorgung von Schwangeren mit β-Thalassämie minor beitragen. Die Kombination aus wissenschaftlicher Fundierung, klinischer Kompetenz und professioneller Begleitung stellt dabei die Grundlage für eine moderne Hebammenpraxis dar, die sowohl medizinische Sicherheit als auch sozial-emotionale Unterstützung gewährleistet.de
dc.language.isodeen_US
dc.subject.ddc610: Medizinen_US
dc.titleBetreuung schwangerer Frauen mit ß-Thalassämie minor : Relevanz, Herausforderungen und Handlungsspielräume für die Hebammenarbeitde
dc.typeThesisen_US
openaire.rightsinfo:eu-repo/semantics/openAccessen_US
thesis.grantor.departmentFakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
thesis.grantor.departmentDepartment Pflege und Management (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
thesis.grantor.universityOrInstitutionHochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburgen_US
tuhh.contributor.refereeJanßen, Thekla-
tuhh.identifier.urnurn:nbn:de:gbv:18302-reposit-242009-
tuhh.oai.showtrueen_US
tuhh.publication.instituteFakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
tuhh.publication.instituteDepartment Pflege und Management (ehemalig, aufgelöst 10.2025)en_US
tuhh.type.opusBachelor Thesis-
dc.type.casraiSupervised Student Publication-
dc.type.dinibachelorThesis-
dc.type.driverbachelorThesis-
dc.type.statusinfo:eu-repo/semantics/publishedVersionen_US
dc.type.thesisbachelorThesisen_US
dcterms.DCMITypeText-
tuhh.dnb.statusdomainen_US
item.grantfulltextopen-
item.openairetypeThesis-
item.languageiso639-1de-
item.cerifentitytypePublications-
item.fulltextWith Fulltext-
item.creatorGNDMercuri-Heinrich, Nadia-
item.advisorGNDLimmer, Claudia-
item.creatorOrcidMercuri-Heinrich, Nadia-
item.openairecristypehttp://purl.org/coar/resource_type/c_46ec-
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