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Titel: Ghost planes - sampling in electronic music from historical origins to post-internet aesthetics and practices
Sprache: Deutsch
Autorenschaft: Schießwohl, Jannik 
Erscheinungsdatum: 25-Nov-2025
Zusammenfassung: 
Diese Arbeit untersucht Sampling-Praktiken in zeitgenössischer Ambientmusik unter dem Aspekt der Referenzialität und Spektralität. Eine genealogische Analyse verfolgt die Entwicklung von Halim El-Dabhs Wire-Recording-Experimenten (1944) und Pierre Schaeffers musique concrète über jamaikanischen Dub und Hip-Hop bis zu digitalen Samplern und DAWs. Diese historische Linie zeigt die Transformation des musikalischen Materialbegriffs von Notation zu phonographisch fixierbaren Klangfragmenten, die Erschließung von musikalischem Medienmaterial sowie die Etablierung des Studios als Instrument. Die Untersuchung entwickelt ein fünfstufiges Referenzkontinuum (referenziell bis non-referenziell) zur analytischen Verortung von gesampelten Material. Anhand zweier kontrastierender Fallstudien – Barbara Braccini (Malibu, DJ Lostboi, belmont girl) und Space Afrika (Joshua Tarelle Reid, Joshua Inyang) – werden gegenwärtige Produktionsweisen analysiert: Braccini transformiert populäre Songs durch Verlangsamung und Prozessierung, teilweise bis zur Unkenntlichkeit, navigiert strategisch zwischen Obfuskation und Transparenz. Space Afrika integriert Samples mit höherer Referentialität, wobei Fieldrecordings als „human element“ und Träger von Emotion fungieren. Die Analyse führt zu einer hauntologischen Schlussfolgerung: Ein Sample ist spektral bereits im Moment seiner Geburt. Die phonographische Aufnahme spektralisiert das Ereignis im Augenblick seiner Fixierung – es gibt keinen Punkt reiner Präsenz. Unabhängig vom Transformationsgrad existiert das Sample permanent im Zwischenraum zwischen „no longer“ (Original) und „not yet“ (vollständig neu). In der post-internet Ära, geprägt von digitalen Medienarchiven und algorithmischen Distributionslogiken, macht Sampling diese konstitutive Spektralität sichtbar: Das Sample trägt in sich „aborted futures“, verlorene Möglichkeiten, die hätten sein können. Die Gespenster erinnern daran, dass es anders hätte sein können – und machen diese Erinnerung unerträglich.
URI: https://hdl.handle.net/20.500.12738/19700
Einrichtung: Fakultät Design, Medien und Information (ehemalig, aufgelöst 10.2025) 
Department Medientechnik (ehemalig, aufgelöst 10.2025) 
Dokumenttyp: Abschlussarbeit
Abschlussarbeitentyp: Masterarbeit
Betreuer*in: Haarmann, Anke 
Gutachter*in: Görne, Thomas 
Enthalten in den Sammlungen:Theses

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