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Title: Hebammenarbeit bei Frauen mit Anorexia nervosa in der Anamnese : Rolle und Handlungsmöglichkeiten im interprofessionellen Betreuungskontext
Language: German
Authors: Rathje, Jule 
Issue Date: 18-Dec-2025
Abstract: 
Hintergrund Anorexia nervosa gilt als eine schwerwiegende psychische Erkrankung im reproduktiven Kontext. Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett stellen für betroffene Frauen eine hoch vulnerable Lebensphase dar, in der sowohl medizinische Risiken als auch psychosoziale Belastungen auftreten können. Hebammen spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie kontinuierlich begleiten, Veränderungen früh erkennen und interprofessionelle Versorgung steuern.
Ziel der Arbeit Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung der Hebammenarbeit in der Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen mit Anorexia nervosa systematisch herauszuarbeiten. Im Fokus steht, welche Risiken und Bedürfnisse diese Frauen aufweisen und welche Aufgaben, Beratungsansätze und Handlungsmöglichkeiten sich daraus für Hebammen entlang des gesamten Betreuungsbogens ergeben.
Methode Es wurde eine strukturierte Literaturrecherche durchgeführt. Zehn Studien, qualitativ und quantitativ, wurden anhand der CASP-Checklisten bewertet und thematisch in vier Ergebnisbereiche eingeordnet: Risikoprofil, Schwangerschaftserleben, Geburt und neonatales Outcome sowie die postpartale Phase einschließlich Mutterrolle und Stillpraxis.
Ergebnisse Die Analyse zeigt ein konsistentes Bild: Frauen mit Anorexie weisen erhöhte Risiken für Wachstumsrestriktionen, Frühgeburten, operative Entbindungen und postpartale Rückfälle auf. Qualitative Befunde verdeutlichen zudem ausgeprägte Körperbildprobleme, Scham, Ambivalenz im Stillen sowie Schwierigkeiten im bedürfnisorientierten Füttern und in der frühen Beziehungsgestaltung. Gleichzeitig wird deutlich, dass Hebammen durch sensible Anamnese, angepasste Gewichtserhebung, ernährungs- und bindungsorientierte Beratung sowie strukturierte Rückfallprävention entscheidende Stabilisierung bieten können.
Schlussfolgerung Die vorliegenden Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer sensiblen, interprofessionell vernetzten und ressourcenorientierten Hebammenbetreuung. Zugleich besteht Bedarf an verbindlichen Leitlinien, spezifischer Ausbildung und weiterführender Forschung, um die Versorgung von Frauen mit Anorexia nervosa weiter zu stärken.
URI: https://hdl.handle.net/20.500.12738/19792
Institute: Fakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025) 
Department Pflege und Management (ehemalig, aufgelöst 10.2025) 
Type: Thesis
Thesis type: Bachelor Thesis
Advisor: Zyriax, Birgit-Christiane 
Referee: Jürgensen, Swantje 
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