| Title: | Identifizierung systematischer Schutzlücken bei Betrachtung von Feuerwehrhäusern als kritische Infrastruktur | Language: | German | Authors: | Schuckmann, Jonas | Keywords: | Feuerwehr; KRITIS; Feuerwehrhaus; PSA; Musterbauordnung | Issue Date: | 27-Jul-2026 | Abstract: | Die Feuerwehr als Teil der Kritischen Infrastruktur (KRITIS) hat mit dem Feuerwehrhaus einen materiellen Knotenpunkt, der Fahrzeuge, Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Kommunikationstechnik in einem Gebäude zentral vereint. Ein Feuerwehrhaus muss in Deutschland nur den bauordnungsrechtlichen Mindeststandards entsprechen. Die vier Schutzziele der Musterbauordnung (MBO) adressieren dabei den Personenschutz und die Verhinderung der Brandausbreitung im Gebäude, nicht aber den Funktionserhalt des Gebäudes, was eine Diskrepanz zwischen infrastruktureller Bedeutung und dem baurechtlichen Schutzniveau aufwirft. Diese Arbeit untersucht, welche systematischen Schutzlücken für den Funktionserhalt der Feuerwehr im Brandfall entstehen, wenn Feuerwehrhäuser als KRITIS ausschließlich nach den bauordnungsrechtlichen Mindestanforderungen errichtet werden. Ziel ist es dabei, eine wissenschaftliche Analyse für Kommunen, Feuerwehren und Fachplaner bereitzustellen, ohne eine juristische Bewertung der Bauordnung vorzunehmen. Für die Identifizierung der Schutzlücken wurde eine modellbasierte Schutzlückenanalyse entwickelt, die auf drei unterschiedlich große Musterfeuerwehrhäuser angewendet wurde. Diese wurden in drei funktionale Zonen unterteilt. Pro Zone wurde ein Vollbrandszenario angenommen. Für die folgende Analyse wurde ein zweistufiges Bewertungsmodell genutzt, das sich aus dem akuten Funktionsstatus der Feuerwehr und der Wiederherstellungszeit bis zur Einsatzfähigkeit zusammensetzt. Die Ergebnisse wurden einer Kausalitätsprüfung unterzogen. Wenn eine Maßnahme aus einem festen Maßnahmenkatalog den Funktionsstatus des Musterfeuerwehrhauses verbessern oder die Wiederherstellungszeit verkürzen würde, so ist eine Schutzlücke zum Baurecht identifiziert. In allen neun Szenarien wurden flächendeckende Schutzlücken identifiziert, was bedeutet, dass der bauordnungsrechtliche Mindeststandard den Funktionserhalt der Feuerwehr in keinem Fall sichern konnte. Folglich war der Funktionsstatus der Feuerwehrhäuser nach einem Brandszenario durchgehend nicht einsatzbereit. Die Analyse zeigt, dass die systematischen Schutzlücken auf vier Ursachen zurückzuführen sind: verzögerte Branderkennung, fehlende thermische Trennung innerhalb des Feuerwehrhauses, fehlender Rauch- und Kontaminationsschutz und räumliche Konzentration funktionskritischer Ressourcen. Diese Ursachen ermöglichen eine Ableitung von verhältnismäßigen Maßnahmen, wie flächendeckender Brandfrüherkennung, Alarmorganisation und Brandabschnittsbildung, um die Schutzlücken zu reduzieren, wobei erst eine Kombination mehrerer Maßnahmen die Schutzlücken deutlich verringert. Ergebnis der Arbeit ist, dass der Funktionserhalt der KRITIS-Feuerwehr als eigenständiges Planungsziel neben den vier Schutzzielen der Bauordnung betrachtet werden sollte, um Schutzlücken zu verhindern. |
URI: | https://hdl.handle.net/20.500.12738/20192 | Institute: | Fakultät Life Sciences | Type: | Thesis | Thesis type: | Bachelor Thesis | Advisor: | Heise, Susanne |
Referee: | Hotz, Annabelle |
| Appears in Collections: | Theses |
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