| Titel: | Einläufe in der Geburtshilfe : zwischen traditioneller Praxis und evidenzbasierter Hebammenarbeit | Sprache: | Deutsch | Autorenschaft: | von Jan, Luise | Erscheinungsdatum: | 18-Dez-2025 | Zusammenfassung: | Einläufe wurden über Jahrzehnte routinemäßig in der Geburtshilfe eingesetzt, werden aber von Leitlinien und Übersichtsarbeiten nicht mehr empfohlen. Unklar bleibt jedoch, ob diese Intervention das Geburtsgeschehen und -erleben tatsächlich beeinflusst und ob es Situationen gibt, in denen ein Einlauf sinnvoll sein könnte. Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss des Einlaufs auf Geburtsdauer, Geburtserleben und psychische postpartale Outcomes darzustellen, den physiologischen Zusammenhang zwischen Darm und Uterus zu erläutern und daraus mögliche Indikationen für die klinische Praxis abzuleiten. Methoden: Es wurde eine narrative Literaturarbeit durchgeführt. Die Literaturrecherche erfolgt in CINAHL und PubMed sowie ergänzend über Bibliotheksrecherchen und das Schneeballsystem. Eingeschlossen wurden Studien und Übersichtsarbeiten zum Zusammenhang von Menstruation und Darmaktivität, zur Wirkung des Einlaufs auf Geburtsdauer, psychische Outcomes (EPDS, PTBS, FOC) und subjektives Erleben sowie relevante Leitlinien und Reviews. Ein Teil der Studien wurde mit CASP- und JBI-Checklisten kritisch bewertet. Ergebnisse: Umfragen zum Menstruationszyklus belegen konsistente Veränderungen der Darmfunktion und stützen einen gemeinsamen hormonellen Mechanismus von Darm und Uterus. Die Studienlage zum Einfluss des Einlaufs auf das Geburtserleben ist heterogen und methodisch teils schwach; es finden sich Hinweise auf erhöhte EPDS- und PTBS-Werte, aber auch Studien ohne Effekt oder mit überwiegend positiver/neutraler Wahrnehmung. Zur Geburtsdauer zeigen Studien mit höherer Evidenz tendenziell eine Verkürzung, insbesondere der Austrittsphase, bei insgesamt kleiner Effektgröße. Diskussion: Die Evidenz reicht nicht aus, um dem Einlauf einen klaren Nutzen oder Schaden zuzuschreiben. Methodische Defizite (fehlende Baseline-Erhebungen, Confounder, kulturelle Unterschiede) begrenzen die Übertragbarkeit, insbesondere auf den deutschsprachigen Raum. Aus physiologischen Überlegungen lassen sich jedoch plausible Indikationen ableiten, die die Hebamme erheben kann. Bei der Durchführung des Einlaufs ist immer auf die korrekte Anwendung zu achten. Fazit: Der Einlauf sollte nicht routinemäßig eingesetzt werden, kann aber bei klaren Indikationen und nach gemeinsamer Entscheidungsfindung eine Option darstellen. Die Arbeit bietet hierfür einen praxisorientierten Leitfaden und zeigt zugleich deutliche Forschungslücken auf, die durch prospektive, methodisch robuste Studien geschlossen werden sollten. |
URI: | https://hdl.handle.net/20.500.12738/20253 | Einrichtung: | Fakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025) Department Pflege und Management (ehemalig, aufgelöst 10.2025) |
Dokumenttyp: | Abschlussarbeit | Abschlussarbeitentyp: | Bachelorarbeit | Betreuer*in: | Diemert, Anke | Gutachter*in: | Schwoerer, Alexander |
| Enthalten in den Sammlungen: | Theses |
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