Please use this identifier to cite or link to this item: https://doi.org/10.48441/4427.3838
Publisher DOI: 10.12767/8ngmk224
Title: Lebensmittelwerbung in deutschen Supermarkt-Apps : eine Analyse von sechs führenden Handelsunternehmen
Language: German
Authors: Meyerding, Stephan G. H. 
Herchenbach, Mila T. 
Keywords: Lebensmittelwerbung; Supermarkt-Apps; Hochverarbeitete Lebensmittel; Ernährungsverhalten
Issue Date: Oct-2026
Publisher: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Journal or Series Name: Berichte über Landwirtschaft 
Volume: 104
Issue: 4
Abstract: 
Supermarkt-Apps gewinnen im Zuge der Digitalisierung des Lebensmitteleinzelhandels zunehmend an Bedeutung und stellen eigenständige digitale Lebensmittelumgebungen dar. Durch ihre Gestaltung, algorithmische Struktur und Preismechanismen können sie Konsumentscheidungen maßgeblich beeinflussen. Vor diesem Hintergrund wurde die ernährungsbezogene Qualität der in deutschen Supermarkt-Apps beworbenen Produkte untersucht und deren Vereinbarkeit mit Public- Health-Zielen analysiert. Im Rahmen einer quantitativen Inhaltsanalyse wurden sechs führende Supermarkt-Apps in Deutschland (Lidl Plus, Aldi Nord, EDEKA, REWE, Netto Plus und PENNY) über einen Zeitraum von neun Wochen systematisch erfasst. Insgesamt wurden 5.577 Produktplatzierungen dokumentiert, davon waren 4.479 Lebensmittel. Die Produkte wurden anhand des Bundeslebensmittelschlüssels klassifiziert, nach dem NOVA-System hinsichtlich ihres Verarbeitungsgrades eingeordnet und auf Basis des Nutri-Scores hinsichtlich ihrer Nährwertqualität bewertet. Zusätzlich wurden Preisreduzierungen, zeitliche Muster und Zielgruppenorientierungen berücksichtigt. Die Auswertung ergibt eine deutliche Dominanz hochverarbeiteter Lebensmittel: 54,2 % der beworbenen Produkte gehören zur NOVA-Kategorie 4. Lediglich 16,8 % der Produkte weisen einen günstigen Nutri-Score (A oder B) auf, während Produkte mit Nutri-Score E in einzelnen Apps Anteile von bis zu 34,4 % erreichen. Preisreduzierungen stellen mit 86,2 % rabattbasierter Platzierungen das zentrale Werbeinstrument dar. In der Teilstichprobe kindgerichteter Werbung fielen 95,8 % der Produkte in die Kategorie hochverarbeitete Lebensmittel. Insgesamt entsteht das Bild einer digitalen Lebensmittelumgebung, in der hochverarbeitete und ernährungsphysiologisch ungünstige Produkte strukturell bevorzugt sichtbar gemacht werden. Preisliche Anreize, algorithmische Priorisierungsmechanismen und visuelle Hervorhebung wirken hierbei verstärkend. Daraus ergeben sich potenzielle Implikationen für gesundheitliche Risiken sowie für die Verstärkung sozioökonomischer Ungleichheiten in der Ernährungsqualität. Supermarkt-Apps erweisen sich damit als bislang nur unzureichend regulierter Bereich digitaler Lebensmittelwerbung.
URI: https://hdl.handle.net/20.500.12738/20300
DOI: 10.48441/4427.3838
ISSN: 2196-5099
Review status: This version was peer reviewed (peer review)
Institute: Fakultät Gesundheit 
Type: Article
Additional note: Meyerding, Stephan G.H.; Herchenbach, Mila T.: Lebensmittelwerbung in deutschen Supermarkt-Apps: Eine Analyse von sechs führenden Handelsunternehmen. In: Berichte über Landwirtschaft : Zeitschrift für Agrarpolitik und Landwirtschaft. 2026. DOI: https://doi.org/10.12767/8ngmk224
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