| DC Field | Value | Language |
|---|---|---|
| dc.contributor.advisor | Weber, Jack | - |
| dc.contributor.author | Wilberding, Janis Lukas | - |
| dc.date.accessioned | 2026-02-02T13:38:05Z | - |
| dc.date.available | 2026-02-02T13:38:05Z | - |
| dc.date.created | 2025-03-31 | - |
| dc.date.issued | 2026-02-02 | - |
| dc.identifier.uri | https://hdl.handle.net/20.500.12738/18778 | - |
| dc.description.abstract | Schauen wir abschließend auf die Frage zurück, welche Impulse die Pädagogik der Unterdrückten der Sozialen Arbeit in Deutschland heutzutage geben kann, zeigt sich ein durchaus differenziertes Bild. So gilt es bei dieser Frage die verschiedenen Ebenen von Freires Werk anzuerkennen und zu untersuchen, welche Impulse aus welcher jeweiligen Ebene gezogen werden können. Sowohl in den Grundannahmen über Menschenbild und Gesellschaftsanalyse, in den erkenntnistheoretischen Grundannahmen und in den konkreten Vorstellungen von Praxis können Aspekte gewinnbringend übertragen werden. Dennoch kann bei keinem dieser Aspekte die konkrete gesellschaftliche Formation außer Acht gelassen werden, in dem die jeweiligen Personen sich bewegen. Je konkreter die Aspekte sind, die übertragen werden sollen, je detaillierter gilt es auch, diese an den Kontext anzupassen. Mit Blick auf die in dieser Arbeit vorgestellten Praxisansätze ist festzuhalten, dass sie aus der Freire Lektüre ein Bild von den Adressat*innen ihrer Arbeit ziehen, dass auf Selbstbestimmung und der Fähigkeit das eigene Leben zu gestalten baut. Hieran orientiert sich auch das jeweilige Verständnis der Rolle der Professionellen in dieser Beziehung. Gerade in Zeiten der neoliberalen Ausrichtung Sozialer Arbeit, in der häufig ökonomisch argumentiert wird und die Menschen lediglich einen Umgang mit den immer schlechteren Verhältnissen finden sollen, ist die Haltung Freires nicht die Menschen zu verändern, sondern mit ihnen gemeinsam die unterdrückerische Wirklichkeit eine zwar sehr grundlegende, aber dadurch nicht weniger wichtige Haltung und ein sehr aktueller Impuls für die Soziale Arbeit. Dabei dürfen jedoch nicht die Leerstellen von Freires Pädagogik ignoriert werden. Diese markieren viel mehr Aufgaben, die es zu bearbeiten gilt, um eine echte Pädagogik der Unterdrückten zu entwerfen, die auch die verschiedenen Ausprägungen von Diskriminierung innerhalb der Gruppe der Unterdrückten anerkennt und zum Ausgangspunkt des eigenen Handelns macht. In der Überzeugung von der Gestaltungsfähigkeit der Menschen und der grundlegenden Herangehensweise der Pädagogik der Unterdrückten liegen für mich die wichtigsten Erkenntnisse aus der Lektüre von Freires Pädagogik. In der Rezeption dieser wird man häufig mit dem Eindruck konfrontiert, dass die Leistungen von Freires Bildungsarbeit zwar beeindruckend sind, aber dennoch in keiner Form für die Praxis im kapitalistischen Zentrum zu nutzen. Doch das grundlegende Axiom der Pädagogik der Unterdrückten in einer Analyse der bestehenden Unterdrückungsverhältnisse und der Frage wie diese progressiv, gemeinsam mit den Massen der Menschen überwunden werden können, scheint mir hoch aktuell. Gerade in den von Unsicherheiten geprägten Zeiten in denen wir Leben, in denen „der Kapitalismus seine eigenen politischen Grundlagen verschlingt“ (Fraser 2023), ist es von enormer Bedeutung Methoden zu entwickeln, die der angeblichen Alternativlosigkeit und dem Kapitalismus als „Ende der Ge-schichte“, etwas entgegenstellen können. Hierfür halte ich Freires Ansatz der Bewusstwerdung für relevant und die daran anknüpfenden Debatten für höchst aktuell. Diese Zielbestimmung fordert die Soziale Arbeit heraus sich mit ihren politischen Wurzeln und dem eigenen Mandat kritisch auseinanderzusetzen, wie auch schon Ronald Lutz zutreffend angemerkt hat (vgl. Lutz 2020, 72f.). In dieser Auseinandersetzung gilt es zu fragen, ob sich die Soziale Arbeit immer noch auf Seiten der Unterdrückten verordnet und wenn ja, wie sie sich in der aktuellen politischen Gemengelage auf ihre Seite stellen kann. Hierin gilt es meiner Meinung nach auch das Verhältnis zwischen Sozialer Arbeit und sozialen Bewegungen zu betrachten und auf momentan nicht genutzte Potenziale zu untersuchen. Außerdem bieten in meinen Augen auch die methodischen Überlegungen Freires und die daran anschließenden Gedanken von Lutz und Kunstreich Anregungen für die konkrete Praxis der Sozialen Arbeit. Hier wäre es meiner Meinung nach interessant Möglichkeiten von Kodierung/Dekodierung und dem Dialog, vermittelt durch die Welt in der Arbeit im lokalen Kontext zu untersuchen und weiterzuentwickeln. Sie bieten meiner Meinung nach spannende Ansätze, auch um mit Menschen in Diskussionen zu kommen, die sich beispielweise rechten Parteien zugewandt haben, oder sich in verständlicher Resignation von jeder Mitbestimmung abgewandt haben. Wie momentan sehr offensichtlich wird, können diese nicht durch „Schlagworte und Kommuniqués“ (Freire 1991, 51) überzeugt werden. Diesem Problem mit dialogischer Praxis begegnen ist sicherlich noch keine hinreichende Bestimmung einer Praxis, die diese Probleme lösen kann, aber meiner Meinung nach ein notwendiger erster Schritt, um dies überhaupt wieder denken zu können. So wird eine kritische Auseinandersetzung mit der Pädagogik Freires für die Soziale Arbeit auch eine Frage des eigenen Selbstverständnisses und des eigenen Mandats. Abschließend lässt sich somit für mich zusammenfassen, dass die Pädagogik der Unterdrückten auch heute noch ein Werk von großer Relevanz ist. Zwar ist es nicht möglich aus diesem klare Anweisungen zu übernehmen, aber wenn sich die Mühe gemacht wird Freires Forderung nachzukommen und ihn „neu zu erfinden“ steckt in den Grundüberlegungen und Überzeugun-gen immer noch enormes gesellschaftsveränderndes Potenzial. So scheint heute eine der größten Faszinationen und Potenziale von Freires revolutionärem Optimismus auszugehen (vgl. McLaren/Leonard 2004, 11). Ich möchte diese Arbeit mit dem Appel schließen diese unbequeme Aufgabe nach Wegen zu suchen, die Gesellschaft gemeinsam mit den Unterdrückten zum besseren zu verändern, anzugehen. Hierfür kann es keine fertigen Konzepte und Wege geben, aber Werke wie die „Pädagogik der Unterdrückten“ können wichtige Wegweiser in diesem Suchprozess sein. Und auch wenn diese Wege und Methoden keine unmittelbaren Erfolge liefern, gilt es sich an Freires Optimismus ein Vorbild zu nehmen, denn: „Hoffnung besteht eben nicht darin, daß man die Arme übereinander schlägt und wartet. Solange ich kämpfe, werde ich von Hoffnung bewegt, und wo ich in Hoffnung kämpfe, kann ich warten.“ (Freire 1991, 75) | de |
| dc.language.iso | de | en_US |
| dc.subject.ddc | 370: Erziehung, Schul- und Bildungswesen | en_US |
| dc.title | Paulo Freire und die Pädagogik der Unterdrückten : eine kritische Analyse und Untersuchung der Übertragbarkeit in den Kontext der Sozialen Arbeit in Deutschland | de |
| dc.type | Thesis | en_US |
| openaire.rights | info:eu-repo/semantics/openAccess | en_US |
| thesis.grantor.department | Fakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| thesis.grantor.department | Department Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| thesis.grantor.universityOrInstitution | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg | en_US |
| tuhh.contributor.referee | Tiedeken, Peter | - |
| tuhh.identifier.urn | urn:nbn:de:gbv:18302-reposit-231995 | - |
| tuhh.oai.show | true | en_US |
| tuhh.publication.institute | Fakultät Wirtschaft und Soziales (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| tuhh.publication.institute | Department Soziale Arbeit (ehemalig, aufgelöst 10.2025) | en_US |
| tuhh.type.opus | Bachelor Thesis | - |
| dc.type.casrai | Supervised Student Publication | - |
| dc.type.dini | bachelorThesis | - |
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| dc.type.status | info:eu-repo/semantics/publishedVersion | en_US |
| dc.type.thesis | bachelorThesis | en_US |
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| tuhh.dnb.status | domain | en_US |
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| item.languageiso639-1 | de | - |
| item.grantfulltext | open | - |
| item.creatorGND | Wilberding, Janis Lukas | - |
| item.cerifentitytype | Publications | - |
| item.creatorOrcid | Wilberding, Janis Lukas | - |
| item.openairecristype | http://purl.org/coar/resource_type/c_46ec | - |
| item.advisorGND | Weber, Jack | - |
| item.fulltext | With Fulltext | - |
| Appears in Collections: | Theses | |
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|---|---|---|---|---|
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